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«S’Klemi rennt» am Stadtlauf für ein besseres Image

Das Kurzzeitgymnasium St. Klemens habe in der Bevölkerung zu Unrecht den Ruf einer elitären Privatschule, finden seine Lehrer und Schüler. Deshalb tritt am Stadtlauf eine 22-köpfige Delegation mit einheitlichen T-Shirts an, um fürs Klemi zu werben.
Stephan Santschi
Lehrer und Schüler des Gymnasiums St. Klemens in Ebikon nehmen am Stadtlauf teil. (Bild: Pius Amrein, Ebikon, 12. April 2019)

Lehrer und Schüler des Gymnasiums St. Klemens in Ebikon nehmen am Stadtlauf teil. (Bild: Pius Amrein, Ebikon, 12. April 2019)

Blaue T-Shirts, gelbe Schrift. Vorne steht: «s’Klemi rennt». Hinten: «Gymnasium St. Klemens». Wer am Stadtlauf ab 18.06 Uhr Läufer in diesem Outfit passieren sieht, der weiss: Es sind Vertreter des Gymnasiums St. Klemens in Ebikon. Erstmals treten Lehrer und Schüler gemeinsam in der Kategorie «Firmengruppen City-Runners» (3,26 km) an. «Wir machen eine Werbeaktion für unsere Schule», erklärt Initiant Franz Steiger. Der Hintergrund: «Vom Klemi hat man in der Bevölkerung oft eine falsche Vorstellung. Es heisst, es sei privat und teuer.» Privat sei zwar richtig, aber in Sachen Schulgeld unterscheide es sich nicht von anderen Kantonsschulen. «Wir haben einen Bildungsauftrag vom Kanton Luzern. Es sind Missverständnisse vorhanden, die wir klären möchten.» Dazu zählt auch die Vermutung, dass das Gymnasium bald schliessen müsse. Dabei wird per Ende Schuljahr 2018/2019 nur das Internat aufgegeben. «Der Schulbetrieb läuft problemlos weiter.» Insgesamt besteht die Laufgruppe des Klemi aus 16 Schülern und sechs Lehrpersonen. Stellvertretend stellen wir vier von ihnen vor:

Franz Steiger, Mathematiklehrer und Initiant

Der Sempacher Mathematik­lehrer tritt dabei als Initiant der Aktion «s’Klemi rennt» auf. Seit vielen Jahren nimmt er am Stadtlauf teil, schon mit seinen Kindern hat er in früheren Austragungen mitgemacht. «Sie waren stets begeistert und freuten sich jeweils bereits aufs nächste Jahr.» Den Stadtlauf betrachtet er als Volksfest, an dem fast Fasnachtsstimmung aufkomme. Neben regelmässigen Joggingrunden ist Steiger als Mitglied des Seeclubs Sempach (Rudern) und des Schwimmvereins Sempachersee oft auf und im Wasser anzutreffen.

Christine Arnet, Sportlehrerin und Coach

Wer rennt mit wem? Wer lässt es lieber gemütlich, wer etwas ambitionierter oder gar rasend schnell angehen? Wenn es darum geht, die Klemi-Laufgruppe am Luzerner Stadtlauf nach Leistungsvermögen einzuteilen, kommt Chris­tine Arnet zum Zug. Sie ist sozusagen die Betreuerin und Trainerin des Teams. «Ich kenne alle unsere Läuferinnen und Läufer persönlich, ich weiss, wie schnell sie rennen können. Wir werden in mehreren Grüppchen antreten, sodass man uns möglichst gut wahrnehmen kann», erklärt die 51-jährige Sportlehrerin des Klemi. Am Streckenrand hätten sich zudem einige Mitschüler als lautstarke Supporter angekündigt.

Bisher lief die dreifache Mutter aus Meggen ausschliesslich in den Familien-Kategorien mit. Als Einzelstarterin nahm sie mehrmals am Schweizer Frauenlauf in Bern teil. Neben ihrer Mitgliedschaft im Tennisclub Luzern Lido engagiert sie sich beim BTV Luzern als Trainerin im Geräteturnen.

Lukas Jud, Maturand und Frontrunner

Der 19-jährige Stadtluzerner wird mit seinem Kollegen Emanuel Schüpfer in der Frontgruppe des Klemi laufen. «Wir möchten auf jeden Fall vorne dabei sein», erklärt Lukas Jud und lächelt. Etwas anderes hätte man ihm auch nicht abgenommen, schliesslich war er bis vor kurzem beim FC Meggen noch als Stürmer und Flügelflitzer unterwegs. Dabei habe er sich auch eine gewisse Ausdauer angeeignet.

In diesem Jahr wird Lukas Jud die Gymnasialzeit mit der Matura beenden, danach plant er eine Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule in Luzern zum Sek-Lehrer. Für seine aktuelle Schule bricht er eine Lanze. «Ich bin froh, hier zu sein. Ich war vorher an der Kantonsschule Alpenquai. Am St. Kle­mens ist es familiärer und man schätzt sich gegenseitig sehr.» Im Unterricht sei er anfänglich vom anspruchsvollen Niveau in gewissen Fächern sogar überrascht worden. Seine Maturaarbeit widmete er dabei dem Thema Sport und der Frage: Wie hat sich die Freizeitgestaltung im Vergleich zu früher verändert? Sein Fazit: «In den Primarschulen erhält man dank dem vielen Sportunterricht zwar genügend Bewegung. Privat sind das Handy und der Fernseher aber grosse Themen. So verabredet man sich heute beispielsweise im Treppenhaus, um gemeinsam Zeit am Handy zu verbringen.»

Carmen Weiss, Maturandin und Allrounderin

Die 19-Jährige aus Ebikon wird sich in einer der hinteren Gruppen des Klemi einordnen. «Es geht vor allem ums Mitmachen. Wichtig ist doch, dass wir alle ins Ziel kommen», sagt die Maturandin, die sich aktuell um ein Physiotherapie-Studium bemüht, mit einem Lächeln. Dass Carmen Weiss ihre Kräfte einteilt, ist verständlich. Schliesslich steht sie bereits vor ihrem sportlichen Einsatz in der Pflicht. Wie jedes Jahr wird die Volleyballerin des VBC Ebikon auch bei der Streckensicherung mithelfen und dafür sorgen, dass keine Zuschauer den Betrieb stören.

Gesichert ist derweil noch nicht, ob s’Klemi auch im nächsten Jahr wieder am Start des Stadtlaufs stehen wird. Sportlehrerin Christine Arnet aber hofft auf eine Fortsetzung, wenn sie sagt: «Es wäre schön, wenn dies zu einer Tradition unserer Schule werden könnte.» Vielleicht dann sogar mit einer etwas grösseren Laufgruppe.

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