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SARNEN: Hohes Niveau in allen Belangen

Das dreitägige Jodlerfest wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis – auch für die 3500 Aktiven. OK-Präsident Franz Enderli sagte, er habe viel gelernt.
OK-Präsident Franz Enderli bei seiner Festansprache (oben) und bei der Übernahme der Zentralfahne. (Bilder Philipp Schmidli)

OK-Präsident Franz Enderli bei seiner Festansprache (oben) und bei der Übernahme der Zentralfahne. (Bilder Philipp Schmidli)

Festakt am Zentralschweizer Jodlerfest am Sonntag in Sarnen. (Bild: Philipp Schmidli)
Festakt am Zentralschweizer Jodlerfest in Sarnen. (Bild: Philipp Schmidli)
Festakt am Zentralschweizer Jodlerfest am Sonntag, 28. Juni 2015 in Sarnen. (Bild: Philipp Schmidli)
Festteilnehmerinnen betrachten ihre Resultate am Zentralschweizer Jodlerfest. (Bild: Philipp Schmidli)
Festteilnehmer betrachten ihre Resultate. (Bild: Philipp Schmidli)
Festakt am Zentralschweizer Jodlerfest. (Bild: Philipp Schmidli)
Fahnenübergabe beim Festakt am Zentralschweizer Jodlerfest. (Bild: Philipp Schmidli)
Jodlerklub Bärgsee Lungern am Zentralschweizer Jodlerfest. (Bild: Philipp Schmidli)
Zuchtverband fuer Schweizer Hunderassen am Zentralschweizer Jodlerfest. (Bild: Philipp Schmidli)
Jodlerfruende Chnutu Knutwil am Zentralschweizer Jodlerfest. (Bild: Philipp Schmidli)
Jodlerklub Flueli Ranft am Zentralschweizer Jodlerfest. (Bild: Philipp Schmidli)
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Bild: Manuele Jans / Neue LZ
Bild: Manuele Jans / Neue LZ
Bild: Manuele Jans / Neue LZ
Bild: Manuele Jans / Neue LZ
Bild: Manuele Jans / Neue LZ
Bild: Manuele Jans / Neue LZ
Bild: Manuele Jans / Neue LZ
Bild: Manuele Jans / Neue LZ
Zentralschweizer Jodlerfest (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Zentralschweizer Jodlerfest (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
Zentralschweizer Jodlerfest (Bild: Romano Cuonz (Neue NZ))
28 Bilder

Zentralschweizer Jodlerfest

Monika van de Giessen

Sarnen rief – und alle kamen. Gemeint sind die 3500 Jodlerinnen und Jodler, Fahnenschwinger, Alphorn- und Büchelbläser, die sich in insgesamt 678 Vorträgen einer Jury stellten. «Fyyrä bi dä Tschifeler» lautete das Motto des 60. Zentralschweizerischen Jodlerfestes. Das Motto war Programm. Gefeiert wurde vom Freitagmittag bis gestern Abend rund um die Uhr. Das grösste Brauchtumsfest der Innerschweiz war ein stimmungsvolles, gemütliches und vor allem friedliches Fest. Selbst der kurzzeitige Regenguss vom Samstagnachmittag tat der Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, man rückte noch näher zusammen. Am Samstagabend war im verkehrsfreien Jodlerdorf fast kein Durchkommen mehr, und die Hitze in den Vortragslokalen nahm mediterrane Ausmasse an.

Musikalische Bilanz überzeugend

Der Freitag und Samstag standen im Zeichen der Wettvorträge. Die einen beruhigten sich vor ihrem Auftritt mit einem Glas Weisswein, andere «schmierten» ihre Stimmbänder, indem sie Gummibärchen kauten. Wie ernst die Aktiven das Singen vor einer Jury nehmen, war in den Gesichtern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abzulesen. Richard Huwiler, Präsident des Zentralschweizerischen Jodlerverbandes (ZSJV), zog eine positive Bilanz. Gejodelt, Fahnen geschwungen und Alphorn geblasen wurde auf sehr hohem Niveau. Fast die Hälfte der Aktiven, nämlich 49 Prozent, erreichten die Klasse 1, was ein «Sehr gut» bedeutet (Klassierungsliste siehe Seiten 15/16). Beim Jodelgesang sei eine aufsteigende Tendenz feststellbar, beim Fahnenschwingen und Alphornblasen sei sie gleich bleibend.

Höhepunkt eines Jodlerfestes ist der Festakt mit Fahnenübergabe. Zum gestrigen Tag gehörten nebst viel Jodelgesang auch eine ökumenische Andacht, zelebriert von den beiden Pfarrern Bernhard Willi und Hans Winkler. Der Festakt wurde in unverfälschtem Obwaldner Dialekt von SRF-Radiofrau Michèle Schönbächler (33) moderiert. Sie verriet, dass es das erste Mal gewesen sei, dass ihre Eltern später nach Hause gekommen sind als sie. Schönbächler führte unter anderen auch das Interview mit Obwaldens Landammann Hans Wallimann, dem Theater- und Literaturschaffenden Geri Dillier und der Jodlerin Karin Reinhard. Musikalisch untermalt wurde das Gespräch von Heinz Della Torre am Kuhhorn (in Obwalden unter «Hälmi» bekannt).

Während Geri Dillier verriet, dass Dialekt und Mundart bei ihm immer im Zentrum standen, fand Karin Reinhard das Jodeln einfach «cool». Und Hans Wallimann erinnerte sich an seine Kindheit, in der zu Hause täglich die Schallplatten von Ruedi Rymann aufgelegt wurden. Damals hätte er nicht verstanden, was denn so Berührendes daran sei. Inzwischen habe er begriffen, was das Geheimnis des Jodelgesangs ausmacht. «Rymann hat mir aufgezeigt, dass Jodellieder ins Herz und in die Seele gehen», sagte der Landammann.

Festlied erlebt Uraufführung

Weiterer Höhepunkt war die Uraufführung des Festlieds «Fyyrä bi dä Tschifeler» von André von Moos aus Sachseln, dargeboten durch die drei Trägervereine, den Jodlerklub Sarnen, den Jodlerklub Echo vom Glaubenberg und dem Obwaldner Trachtenchörli. Mitglieder des Organisationskomitees aus Reiden, Austragungsort des Jodlerfestes 2013, nahmen Abschied von der Zentralfahne und übergaben diese dem OK von Sarnen. «Für uns ist mit dem heutigen Tag das Jodlerfest in Reiden endgültig abgeschlossen. Was bleibt, sind viele gute Erinnerungen», sagt Reidens OK-Präsident Hans Luternauer.

Präsident zeigt seinen Stolz

Regierungsrat und OK-Präsident der 60. Ausgabe, Franz Enderli, nimmt viele gute Erinnerungen aus den drei letzten Jahren mit. «Ich habe viel gelernt und viel erfahren über unsere Volksseele. Diese Seele kommt im Jodelgesang und in den Jodlern selber sehr gut zum Ausdruck», sagte er in seiner Ansprache. ZSJV-Präsident Richard Huwiler betonte, dass der Verband stolz sei, das Fest in der grössten Naturjodlerhochburg der Zentralschweiz durchführen zu dürfen. Weiter sagte er, dass der Jodlerverband mit seinem Leitgedanken «Identität durch lebendiges Brauchtum» ein starkes Zeichen setze. «Dass wir auf dem richtigen Weg sind, zeigt die Tatsache, dass der Bundesrat den Jodel auf die Liste des immateriellen Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen hat.»

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