SCHALTERSTERBEN: Diese Poststellen sollen alle in Gefahr sein

Die Gewerkschaft der Post hat eine Liste veröffentlicht. Die 1150 darauf verzeichneten Poststellen-Standorte sollen alle von einer Schliessung bedroht seien – darunter zahlreiche aus der Region.

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(Symbolbild Pius Amrein/Neue LZ)

(Symbolbild Pius Amrein/Neue LZ)

Im Februar hat die Post angekündigt, 500 Poststellen zu überprüfen, wie die «Gewerkschaft Kommunikation» mitteilt. Im Klartext heisst das, dass die Post diese Poststellen mutmasslich schliessen wolle. Noch bevor die Post überhaupt ihre Liste veröffentlicht habe, schliesse sie «klammheimlich» eine Poststelle um die andere, so etwa in den letzten Wochen unter anderem in Wilen bei Sarnen oder in Stalden.

Mehrere Dorfpoststellen «akut gefährdet»
Da die Post die Transparenz verweigere und vermutlich noch hunderte weitere Poststellen schliessen wolle, sei der Entscheid gefallen, nun eine Liste, die rund 1150 gefährdete Poststellen beinhaltet, publik zu machen. Für rund 300 dieser Poststellen dürfte der Schliessungsentscheid gemäss der Gewerkschaft bereits gefallen sein, da es sich um nicht vernetzte Poststellen handelt, also um Poststellen, die nicht am Computersystem der Post angeschlossen sind. In der Region scheinbar «akut gefährdet» sind die Poststellen von Melchtal, Menzberg, Grossdietwil, Uffikon, Richenthal, Roggliswil, Aesch, Greppen (diese schliesst am 18. April), Sisikon, Isenthal, Unterschächen, Bristen, Gurtnellen und Realp, wie aus der Liste zu entnehmen ist (siehe unten).

Widerstand empfohlen
Die Gewerkschaft Kommunikation hat Ende März die Gemeinderäte der betroffenen Ge­meinden angeschrieben, um sie auf die Pläne der Post aufmerksam zu machen. Beson­ders bei den rund 800 kleinen und mittleren Poststellen, die ans Computersystem der Post angeschlossen sind, lohne sich der Widerstand. In der Vergangenheit hat es sich öfters gezeigt, dass die Post auf eine Schliessung verzichtet, wenn sie auf Widerstand der lokalen Bevölkerung stösst, wie es weiter heisst. Ein Teil der geschlossenen Poststellen werde zwar durch eine Agentur oder durch den Haus-Service ersetzt. Dies sei aber kein vollwertiger Ersatz für eine Poststelle

20'000 Unterschriften gesammelt
Zusätzlich zu den Briefen an die Gemeinden hat die Gewerk­schaft Kommunikation eine Petition gegen das Poststellensterben lanciert, die innert kürzester Zeit bereits über 20'000 Personen unterschrie­ben hätten( www.poststellennetz.ch ). In den nächsten Wochen werde die Gewerkschaft Kom­munikation die meisten Poststellen besuchen, die von der Schliessung bedroht sind, um die Bevölkerung zu sensibilisieren und Unterschriften zu sammeln.

scd

Die Poststellen aus der Zentralschweiz auf der Liste:

                                                                              Screenshot aus der Liste