SCHIESSANLAGEN: Altlastensanierung: Für Gemeinden zumutbar

Der Bund schreibt die Sanierung der Schiessanlagen vor. Die Finanzierung dieses Vorhabens gibt im Schwyzer Kantonsrat zu reden.

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Ein Bild aus den Neunzigerjahren: Der stillgelegte Scheibenstand der 300-Meter-Schiessanlage im Grosswyer in Goldau, der heute längst abgebrochen und dessen Kugelfang saniert ist. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

Ein Bild aus den Neunzigerjahren: Der stillgelegte Scheibenstand der 300-Meter-Schiessanlage im Grosswyer in Goldau, der heute längst abgebrochen und dessen Kugelfang saniert ist. (Bild Bert Schnüriger/Neue SZ)

Die kantonale Verwaltung hat nachgezählt: Im ganzen Kanton sind in stillgelegten und noch in Betrieb stehenden Schiessanlagen 807 Scheiben installiert. Hinter diesen Scheiben müssen laut revidiertem Umweltschutzgesetz des Bundes die Kugelfänge saniert werden. Das Erdreich ist dort mit den Munitionsrückständen jahrelangen Schiessens verseucht. Das kostet im ganzen Kanton laut kantonaler Verwaltung 16,1 Millionen Franken. Wobei man von Kosten von 20'000 Franken je Scheibe ausgeht.

Es verbleiben 9,7 Millionen
An diesen Kosten wird sich der Bund mit 40 Prozent, also mit 6,4 Millionen Franken beteiligen. Somit verbleiben den Schwyzer Schützenvereinen und den Gemeinden noch Kosten von 9,7 Millionen Franken. Der Regierungsrat ist der Ansicht: «Dies ist in der heutigen Finanzsituation für die Gemeinden zumutbar.»

Anderer Ansicht war im vergangenen Frühjahr die CVP-Fraktion im Kantonsrat. Sie reichte damals eine Motion ein und verlangte darin auch eine Beteiligung des Kantons bei dieser Altlastensanierung. Immerhin spiele der Kanton im Schiesswesen ja auch eine Rolle, indem er Schiessvereine anerkenne und das ausserdienstliche Schiesswesen kontrolliere. Die heutige Regelung – wonach der Kanton bei den Sanierungskosten nur einspringe, wenn die Kosten einer Gemeinde nicht zugemutet werden können – sei unbefriedigend.

Der Fall Goldau
Der Regierungsrat beantragt jetzt dem Kantonsrat, die CVP-Motion abzulehnen. Er stützt sich dabei stark auf einen Verwaltungsgerichtsentscheid. Er betraf letztes Jahr die Kostenverteilung bei der Sanierung der früheren 300-Meter-Schiessanlage in Goldau. Sie ist inzwischen einer Tierparkerweiterung gewichen. Vor dem Verwaltungsgericht hatte die Gemeinde Arth vergeblich versucht, dem Kanton wegen einer Verletzung seiner Aufsichtspflicht einen beträchtlichen Anteil der Sanierungskosten zu überbinden. Das Verwaltungsgericht allerdings entschied, dem Kanton könnten keine Kosten aufgebürdet werden.

Bert Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Schwyzer Zeitung.