SCHINDELLEGI: Kühne + Nagel kann Gewinn erneut steigern

Trotz Konjunkturabschwung und starkem Franken hat der Speditions- und Logistikkonzern Kühne + Nagel im letzten Jahr neue Rekordmarken erreicht. Auf die düsteren Aussichten im laufenden Jahr reagiert der Konzern mit Kostensenkungen.

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Der Hauptsitz der Logistikgruppe Kühne + Nagel in Schindellegi. (Bild pd)

Der Hauptsitz der Logistikgruppe Kühne + Nagel in Schindellegi. (Bild pd)

Der Reingewinn erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 9,1 Prozent auf 585 Millionen Franken, wie das zu den Weltmarktführern gehörende Unternehmen am Dienstag mitteilte. Damit wurden die Erwartungen der Finanzanalysten nicht ganz erfüllt. Der Umsatz wuchs um 3,0 Prozent auf 21,599 Milliarden Franken. Währungsbereinigt stiegen die Verkäufe um 9,7 Prozent. Die Aktionäre sollen eine von 1,90 auf 2,30 Franken pro Aktie erhöhte Dividende erhalten.

Abfederung durch erste neun Monate
Konzernchef Reinhard Lange wies darauf hin, dass der Konjunkturabschwung im letzten Quartal gewaltig an Tempo und Ausmass zugenommen habe. Dank der stabilen Entwicklung in den ersten neun Monaten sowie der frühzeitigen und konsequenten Anpassung der Kostenstrukturen an das veränderte Umfeld hätten die Folgen des Volumenrückgangs gemildert werden können.

Der Wirtschaftsabschwung löste in der internationalen Luftfracht im Dezember den höchsten je verzeichneten Mengenrückgang aus. Kühne + Nagel steigerte das Volumen im ganzen Jahr dennoch um gut zwei Prozent. Zwei Prozent machte das Mengenwachstum auch in der Seefracht aus. Im Landverkehr erhofft sich der Konzern neue Wachstumsimpulse dank der auf Anfang 2009 übernommenen Allion-Gruppe.

Die Kosten sollen gesenkt werden
Anzeichen für eine kurzfristige und nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft gebe es nicht, heisst es im Ausblick. Dem will der Konzern mit einem verstärkten Kostensenkungsprogramm entgegenwirken. Die Geschäftsleitung habe rechtzeitig und entschlossen die in ihrem Handlungsspielraum liegenden Parameter so gestaltet, dass sich das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten behaupten könne, sagte Verwaltungsratspräsident Klaus-Michael Kühne. Die Zahl der Beschäftigten stieg 2008 um 2.748 auf 53.823 Mitarbeitende.

Positiv überrascht hat bei Analysten das Ausmass der Dividendenerhöhung. Die Finanzgemeinde geht davon aus, dass Kühne + Nagel nun massiv auf die Kostenbremse stehen wird, sind doch die Aussichten für die Logistikbranche alles andere als günstig. Kühne + Nagel sei zwar alles andere als immun gegen die Krise, schrieb die Bank Vontobel. Die Aktie wird aber weiter als interessante Anlagemöglichkeit betrachtet, weil der Konzern beim Aufschwung sehr schnell profitieren könnte. Die Aktie legte bis am späteren Vormittag an der Schweizer Börse um 2,9 Prozent auf 55,55 Franken zu.

ap