SCHINDELLEGI: Kühne+Nagel steigert Umsatz und Gewinn

Der Logistikkonzern Kühne+Nagel hat in den ersten neuen Monate dieses Jahres den operativen Gewinn (Ebit) um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern können. Dies, obwohl das Umsatzwachstum mit 1,5 Prozent deutlich schwächer ausfiel. Das Unternehmen erklärt dieses Gewinnplus mit einer Fokussierung auf die Profitabilität.

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Der Hauptsitz des Logistikunternehmens Kühne und Nagel in Schindellegi. (Bild: Keystone / Archiv)

Der Hauptsitz des Logistikunternehmens Kühne und Nagel in Schindellegi. (Bild: Keystone / Archiv)

Vor allem in der für das Unternehmen sehr wichtigen Seefrachtsparte konnte die Gewinnmarge verbessert werden, wie Kühne+Nagel am Dienstag mitteilte. Das Ziel, in dem Segment eine 30-Prozent-Marge zu erreichen, sei erreicht worden, wird der neue Konzernchef Detlef Trefzger zitiert, der Mitte August die Nachfolge von Reinhard Lange angetreten hatte.

Die Containerzahl stieg im Seefrachtgeschäft in den ersten neun Monaten um lediglich 2,3 Prozent. Kühne+Nagel führt dies auf einen gewollten Rückgang im Projektgeschäft zurück. Der Konzern habe sich bewusst dem intensiven Wettbewerb im Asien-Europa-Verkehr entzogen, heisst es in einer Mitteilung.

Gesunde Luftfracht

In der Luftfracht setzte sich der Wachstumskurs aus den Vorquartalen fort, das Volumen stieg in den ersten drei Quartalen um 3,3 Prozent. Besonders das europäische Luftfrachtgeschäft habe sich positiv entwickelt, schreibt der Logistiker. Zudem habe im Nahen und Mittleren Osten ein überdurchschnittliches Wachstum erzielt werden können.

Beim Landverkehr fiel der operative Gewinn dank einer Fokussierung auf die Bereiche Pharma, Hightech, Fahrzeuge und Industriegüter besser aus als im Vorjahr; für das dritte Quartal resultierte dennoch ein Verlust von 4 Mio. Franken.

Vorteilhafte Vergleichsbasis

Insgesamt belief sich der Umsatz von Kühne+Nagel per Ende September auf 15,7 Mrd. Franken, der operative Gewinn auf 561 Mio. Franken. Unter dem Strich blieben dem Konzern 442 Mio. Fr. Reingewinn. Dieses Ergebnis entspricht gegenüber dem Vorjahresgewinn einer Steigerung um 24 Prozent.

2012 führt allerdings ein Sondereffekt aus dem ersten Quartal 2012 zu einer vorteilhaften Vergleichsbasis: Damals musste Kühne+Nagel eine Kartellbusse der Europäischen Union in Höhe von 65 Mio. Fr. bezahlen, was die Erfolgsrechnung entsprechend belastet hatte.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist der Konzern für die Ergebnisse des laufenden Jahres zuversichtlich: Nach einer Ergebnisdelle im Vorjahr könnte in diesem Jahr wieder an frühere Rekorde angeknüpft werden, sagte Finanzchef Gerhard van Kesteren gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP.

Leicht unter den Erwartungen

Das am Dienstag veröffentlichte Ergebnis lag auf allen Stufen leicht unter den Erwartungen der Finanzanalysten. Diese waren zwar von einem schwachen Wachstum ausgegangen, hatten aber mit einer grösseren Kompensation durch Marktgewinne gerechnet.

Dies wirkte sich auf den Börsenwert des Unternehmens aus: Am Dienstag verloren die Aktien von Kühne+Nagel bis Mittag 2,72 Prozent an Wert, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,93 Prozent höher als am Vorabend notierte. Am Vortag hatten die Papiere in Hoffnung auf bessere Zahlen noch um 0,6 Prozent an Wert dazugewonnen.

sda