SCHINDELLEGI: Verhaltener Jahresauftakt für Kühne+Nagel

Weniger Umsatz und Rohertrag: Der Logistikkonzern Kühne+Nagel ist verhalten ins Jahr gestartet. Der Nettoumsatz sank im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent auf 4,1 Mrd. Franken. Der Rohertrag büsste gar um 2,3 Prozent auf 1,5 Mrd. Fr. ein.

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Kühne und Nagel Hauptsitz in Schindellegi. (Bild: Keystone (Archiv))

Kühne und Nagel Hauptsitz in Schindellegi. (Bild: Keystone (Archiv))

Der Rohertrag erlaubt bei Logistikunternehmen Rückschlüsse auf das Volumen und die Preissetzungsmacht. Er bezeichnet die Einnahmen nach Abzug der an Reedereien, Fluggesellschaften und Transporteure bezahlten Frachtraten.

Dem Konzern zufolge bremste der starke Franken das Wachstum: Die veränderte Währungsrelation zwischen Franken und Euro habe sich gegenüber dem Vorjahr mit 7 Prozent negativ auf das Ergebnis ausgewirkt, teilte Kühne+Nagel am Dienstag mit.

Der Betriebsgewinn stagnierte bei 190 Mio. Franken. Einzig der Reingewinn legte um 2 Prozent auf 153 Mio. Fr. zu.

Kontraktlogistik litt unter Franken

Vor allem im Geschäftsbereich Kontraktlogistik habe der starke Schweizer Franken die Umsatz- und Bruttogewinnentwicklung überproportional ausgebremst, sagte Finanzchef Markus Blanka-Graff gegenüber der Finanznachrichtenagentur awp.

Und auch das kleinere Segment Landverkehr blieb hinter dem Vorjahr zurück, was Blanka-Graff insbesondere mit der Aufgabe eines Projektgeschäfts begründete.

Branchenbeobachter zeigten sich aber hauptsächlich enttäuscht von der Entwicklung des Geschäftes mit der Seefracht. Für den umsatzstärksten Geschäftsbereich senkte Kühne+Nagel die Wachstumsprognose.

Neu rechnet der Konzern mit einem geringeren Marktwachstum von 3 bis 4 Prozent (bislang 4 bis 5 Prozent) und erwartet auch nur noch, mit dem Markt zu wachsen. Zuletzt hatte der Konzern noch das anderthalbfache des Marktwachstums angestrebt.

Den Grund verortet Blanka-Graff in Fernost: Die Märkte dort legten schwächer als angenommen zu. Insbesondere Chinas Exporte entwickelten sich zuletzt schwach. Jedoch steigerte Kühne+Nagel den Rohertrag und den Betriebsgewinn der Sparte um 2,2 Prozent im ersten Quartal.

Konzern zeigt sich zufrieden

Zufrieden mit der Entwicklung zeigte sich Kühne+Nagel im Geschäft mit der Luftfracht. Das Unternehmen habe vom starken Exportgeschäft aus Europa profitiert und auch Zuwächse bei den Exporten aus Nordamerika und Asien verbucht.

Insgesamt zog die Gruppe eine positive Bilanz: Die Ergebnisentwicklung sei bemerkenswert gut, bedenke man die verringerten Warenströme nach Europa infolge der Euroschwäche, liess sich Konzernchef Detlef Trefzger in der Mitteilung zitieren.

Anleger reagierten hingegen enttäuscht: Die Aktien gehörten am Dienstag an der Schweizer Börse zu den grossen Verlierern. Der Aktienkurs von Kühne+Nagel tauchte bis zum Dienstagmittag um rund 3 Prozent. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) verzeichnete zur gleichen Zeit lediglich ein Minus von 0,2 Prozent.

sda