SCHNEEHASEN: Gestörte Winterruhe: Experiment im Tierpark

Schneehasen sind optimal an die verschneite Gebirgswelt angepasst – Wintersportler können sie jedoch lebensgefährlich stressen. Dies wurde im Tierpark Goldau untersucht.

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Ein Schneehase im Tier- und Naturpark Goldau. (Bild pd)

Ein Schneehase im Tier- und Naturpark Goldau. (Bild pd)

Im Rahmen einer Masterarbeit von Maik Rehnus an der Universität Wien wurde anhand von Kotanalysen der Schneehasen, die im Natur- und Tierpark Goldau leben, eine Methode zur Bestimmung von Stresshormonen entwickelt, wie es in einer Medienmitteilung des Tier- und Naturparks Goldau heisst. Die Bestimmungsmethode sei so weit getestet, dass sie nachher auch den Bedingungen im Feld standhielt. Die Analyse der Proben ergab sowohl Basiswerte für den Verlauf der Stresshormone über einige Tage als auch Maximalwerte nach der einmaligen Verabreichung eines übergeordneten Stresshormons.

Perfekt für den Winter gerüstet
Das weisse Fell macht den Schneehasen im Schnee für Fressfeinde nicht nur nahezu unsichtbar, die weissen Haare sind auch das denkbar beste Isolationsmaterial. uch die Körperform des Schneehasen sei den tiefen Temperaturen angepasst: Kauert das Tier, nimmt es fast eine Kugelform an. Das ist hinsichtlich Energieeffizienz besonders günstig.

Zu wenig Reserven vorhanden
Wird der Schneehase durch Wintersportler aufgeschreckt, leiten seine Stresshormone eine Fluchtreaktion ein. Bei der Flucht verbraucht er das Mehrfache jener Energie, die ihm pro Tag zur Verfügung steht. Schneehasen haben im Gegensatz zu anderen Gebirgs-Pflanzenfressern keine grossen Fettdepots, die im Winter abgebaut werden können. Ein massiver Energieverlust kann deshalb seinen schnellen Tod bedeuten.

scd