Schönes Wetter lockt Gäste aus der ganzen Schweiz in Zentralschweizer Berge und legt Strassen lahm

Das Verkehrschaos, das die Zentralschweizer Strassen am Sonntag lahmlegte, war keinem Unfall oder Baustelle verschuldet, sondern dem schönen Wetter. Die Bergbahnen freuten sich über hohe Gästezahlen.

Sophie Küsterling
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Die Stanserhorn-Bahn hatte am Sonntag den drittbesten Tag des Jahres.

Die Stanserhorn-Bahn hatte am Sonntag den drittbesten Tag des Jahres.

Bild: Pius Amrein (27. Juli 2018)

Am Sonntag kam auf manchen Strassen in Luzern und Umgebung der Verkehr zum Stillstand. Betroffen waren zwischen der Mittagszeit und ungefähr 15 Uhr die A2 Richtung Gotthard, die A14 zwischen Buchrain und der Verzweigung Rotsee sowie verschiedene Hauptstrassen. Aber auch am Abend brauchten Verkehrsteilnehmer – nun in umgekehrter Richtung – viel Geduld.

Das Verkehrschaos wurde weder durch Verkehrsunfälle noch Bauarbeiten ausgelöst. «Auf den Autobahnen A2 und A14 sowie auf den Kantonsstrassen H2 Emmenbrücke, H10 Littau und H4 Ebikon hatten wir am Sonntag keine Unfälle zu verzeichnen», sagt Christian Bertschi, Kommunikationschef der Luzerner Polizei. Esther Widmer, Mediensprecherin vom Astra, erklärt auf Anfrage: «Das Astra hat an der Infrastruktur nichts geändert.»

Schönes Wetter zieht Schweizer in die Berge

Eine Erklärung für die hohe Verkehrsüberlastung könnte hingegen das schöne Wetter gewesen sein, das die Schweizerinnen und Schweizer in die Berge und somit auch auf die Zentralschweizer Strassen lockte. Bergbahnen in der Zentralschweiz verzeichneten am Sonntag nämlich den besten oder zumindest einen der besten Tage dieses Sommers oder sogar des Jahres.

Die Stanserhorn-Bahn in Nidwalden hatte laut Direktor Jürg Balsiger mit 1331 Eintritten den drittbesten Tag des Jahres. «Die Mehrheit der Gäste kam aus der Deutschschweiz, einige auch aus der Romandie», sagt Balsiger. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Besucherzahlen am Sonntag dennoch rund 30 Prozent tiefer gewesen.

Auch die Sportbahnen Melchsee-Frutt verzeichneten mit über 2000 Eintritten am Sonntag einen der drei besten Tage dieser Sommersaison. Bisher hätten die Sportbahnen an guten Tagen zwischen 1500 und 1800 Eintritte verbucht. «Über 2000 Eintritte hatten wir diesen Sommer bisher zwei oder drei Mal», erklärt Edith Cadena, die Verkaufs- und Marketingleiterin.

Auch in anderen beliebten Berggebieten lief es rund. Für die Stoosbahnen in Schwyz etwa war es gar der beste Tag des Sommers, so Betriebsleiter Martin Langenegger. «Wir hatten am Sonntag mit rund 4000 Eintritten im gesamten Gebiet bis jetzt den stärksten Tag diesen Sommer.» Er sieht den Grund dafür in den guten Wetterprognosen, die sich schliesslich auch bewahrheiteten und die Leute in die Berge lockte.