«Schträäääng» am Preisnüsseln

Am Samstag trafen sich die Fasnächtler in Ibach zum traditionellen Nüsseln auf dem Platz des Christophorus-Schulhauses. Die Konkurrenz war stark.

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Der Alte Herr zeigt, wie man den Narrentanz richtig nüsselt. (Bild: Simon Betschart)

Der Alte Herr zeigt, wie man den Narrentanz richtig nüsselt. (Bild: Simon Betschart)

«Ich will gewinnen», verkündete ein bekennender Schwyzer Blätz lauthals, direkt neben dem Rottstatthalter und OK-Präsidenten des diesjährigen Preisnüsselns in Ibach stehend. Patrick Hutter nahms gelassen und mit fasnächtlichem Humor: «Vergiss dann aber nicht die Sonderregelung hier in Ibach – vor Tanzbeginn muss immer zum OKP geschaut werden.»

Worauf es ankommt

In der Tat war nicht nur der Alte Herr als Ibächler Hauptsujet sehr häufig vertreten, sondern auch der Blätz schwang oft das Tanzbein. Daneben hatte es natürlich auch Hudis und Zigeuner sowie den Bajazzo. Auch einige vereinzelte Dominos nüsselten, was das Zeug hielt. Man bekam teilweise fast das Gefühl, bei einigen würden die Sohlen nächstens in Flammen aufgehen! Doch Petrus wusste wohl, dass es die 41 tanzenden Maschgeraden bunt treiben würden, und sandte deshalb in weiser Voraussicht einen leichten Nieselregen zwischendurch, der aber weder das Publikum noch die Nüssler ernsthaft in Verlegenheit bringen konnte.

Auch die Kampfrichter hatten sich entsprechend gerüstet und harrten in Winterjacken den Tänzen, die da kommen mochten. Als langjährige Nüssler und Experten auf dem Gebiet des Fasnachtstanzes wussten sie natürlich genau, worauf sie achten mussten: Wehe, wenn die Absätze der Teilnehmer den Boden berührten – das wurde zu Recht mit Punktabzug bestraft, denn nur mit den Fussspitzen darf man in Ibach abstehen. Auch der Kreis beim Nüsseln darf nicht zu gross werden und sollte nach Möglichkeit schön rund sein. Ein weiteres Kriterium ist auch die Kleidung, da man nur als traditionelle Figur der Schwyzer Fasnacht korrekt und gewissenhaft nüsseln kann.

Blätz und Gorilla

Einige nahmen das mit der Wahl des Sujets nicht ganz so genau, auffallend war besonders die Fasnachtsfigur, die auf einem Gorilla ritt, oder der Blätz mit dem Ghettoblaster unter dem Arm. Nichtsdestotrotz wussten auch sie die zahlreichen Zuschauer zu begeistern, und wer weiss: Vielleicht gibt just so etwas den Ausschlag für den begehrten Publikumspreis!

Jene, die es auf den regulären 1. Preis abgesehen hatten, konnten aber ganz schön ins Schwitzen kommen, denn die 2 Minuten ziehen sich in die Länge, wenn man intensiv und konzentriert am Nüsseln ist. Vor allem die Maschgraden, die es weiter schafften und mehrere Runden absolvieren mussten, hatten durchaus ihr Quantum an Sport geleistet, und häufig sah man sogar Schweissperlen unter den Masken hervortreten. Nicht zu Unrecht proklamierte (ausgerechnet) ein Alter Herr denn auch treffend: «Ääääs isch schträäääng!»

Simon Betschart