Schüler üben sich im Journalismus

Rund 1300 Fünft- und Sechstklässler haben täglich und intensiv unsere Zeitung gelesen. Zwar nicht freiwillig, aber trotzdem mit viel Elan.

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Journalist Charly Keiser erklärt Schülern einer 6. Primarklasse in Galgenen, wie unsere Zeitung aufgebaut ist. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)

Journalist Charly Keiser erklärt Schülern einer 6. Primarklasse in Galgenen, wie unsere Zeitung aufgebaut ist. (Bild: Harry Ziegler / Neue SZ)

Artig wird der Verfasser dieser Zeilen von den Schülern der 6. Klasse von Marianne Matafora im Schulhaus Galgenen Dorf begrüsst. Die Neugier in den Gesichtern der acht Mädchen und sechs Buben ist gut zu erkennen. Kein Wunder: Haben sie doch offenbar schon viel über unsere Zeitung und ihre Regionalausgaben erfahren, wie dem Flipchart, gleich neben der Wandtafel, zu entnehmen ist. Dort hängen nämlich Exemplare der «Neuen Schwyzer Zeitung» und der «Neuen Zuger Zeitung». Sie sind mit Post-it-Zetteln versehen. «Wir haben die Ausgaben verglichen», sagt Matafora, die erstmals mit ihrer Klasse beim Projekt Zeitung in der Primarschule (ZIP) mitmacht. Auch Kollegin Katherine Baumgartner bekam erstmals Besuch von einem Journalisten. Sie unterrichtet im selben Schulhaus eine 5. Klasse und will mit ihren Schülern vom anstehenden Skilager auf der Lenzerheide einen Artikel fürs Schulblatt verfassen. Sport und die andere Seite sind die Favoriten der Schüler, die sich aber noch nicht so intensiv mit dem Projekt befasst haben.

Lustige und direkte Fragen

Konkreter geht es diesbezüglich in Marianne Mataforas Klasse zu und her. «Kinder in Not» heisst das schwierige Thema, das die Schüler gewählt haben und zu dem sie einen Artikel schreiben. Deutliche Fragen werden denn auch von den verschiedenen Gruppen gestellt, die jeweils für einen Teil der Publikation verantwortlich sind. Doch auch mit allgemeinen Fragen zum Journalismus bombardieren die Kids den Besuch. Die kleine Auswahl zeigt, wie überraschend und spontan Kinder sind: Was war das Spannendste, was Sie als Journalist erlebt haben? Haben Sie auch schon doofe Sachen erlebt? Wie können Sie kontrollieren, ob die Aussagen der Leute stimmen, die sie Ihnen gegenüber machen? Hatten Sie schon Tage, an denen Sie überhaupt keine Lust zum Schreiben hatten? Wie viele Tintenpatronen verbrauchen Sie pro Tag? Ob Galgenen, Baar, Tuggen oder Zug, die Primarschüler verhalten sich überall gleich. Die einen melden sich mutig zu Wort. Die anderen sind eher passiv und scheu. Meistens genügt «das Benzin» nicht für zwei Lektionen. Es wird immer öfter gegähnt und die Köpfe auf den Händen abgestützt. Nach zwei Stunden ist Schluss. «Adieu, Herr Keiser. Es war sehr interessant. Danke vielmals.»

Charly Keiser