SCHUSSWAFFEN: Am meisten Suizide mit Schusswaffen

Sind Schusswaffen im Haus vorhanden, werden sie auch für Selbstmorde benutzt. Eine Studie zeigt, dass dies in der Zentralschweiz oft vorkommt.

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(Symbolbild Neue LZ)

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In der Zentralschweiz bringen sich überdurchschnittlich viele Menschen mit einer Schusswaffe um. Dies zeigt eine Studie der Universität Zürich.

In über 45 Prozent der Haushalte
In den Kantonen Uri, Ob- und Nidwalden sind in 57 Prozent der Haushalte eine Schusswaffe vorhanden. In Zug sind es 47 Prozent, ebenfalls in Schwyz, das zusammen mit Glarus gezählt wurde. In Luzern gibt es in 37 Prozent der Haushalte Schusswaffen.

Insgesamt wurden in der Schweiz zwischen 1998 und 2007 13410 Suizide begangen, davon 3169 oder 23,6 Prozent mit einer Schusswaffe.

Bis zu 100 Suizide verhindern
Wie Vladeta Ajdacic-Gross, Leiter im Forschungsbereich Klinische und Soziale Psychiatrie der Universitätsklinik erklärte, werden Pistolen oder Gewehre besonders häufig bei impulsiven Suiziden oder Suiziden unter Alkoholeinfluss verwendet. Vor allem Männer greifen zur Waffe (32,6 Prozent der Suizide). Mit geeigneten Präventionsmassnahmen in der Schweiz können jährlich bis zu 100 Suizide verhindert werden, ist Vladeta Ajdacic-Gross überzeugt.

Die Zürcher Studie bestätigt internationale Vergleiche, wonach die Verfügbarkeit von Schusswaffen einen direkten Einfluss auf die Häufigkeit von Schusswaffen-Suiziden hat.

rem/bb