Kommentar

Schutzmasken-Littering: Eine ganz und gar unappetitliche Verirrung

Das entwickelt sich zu einer neuen Zivilisationskrankheit: An allen Ecken und Enden liegen sie inzwischen herum, die gebrauchten Einwegschutzmasken. Können wir das bitte subito abstellen?

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben.

Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben.

Bild LZ

Jetzt wird gebüsst. Wird das Tragen von Schutzmasken ohne zählbaren Grund verweigert, können Ordnungsbussen bis zu 300 Franken ausgesprochen werden. Der Bundesrat will damit schweizweit ein klares Zeichen setzen. Man mag davon halten, was man will. Klar ist hingegen, dass die Maskenpflicht gemäss einer SRG-Umfrage inzwischen auf breite Zustimmung stösst. Das war im Frühjahr bekanntlich noch ganz anders.

(Fast) alle tragen sie also. Kein Wunder, dass nun Anfeindungen denjenigen gegenüber zunehmen, die ohne Maske unterwegs sind, etwa in Läden. Eine ungute Entwicklung. Polizist spielen und Mitmenschen massregeln, das geht zu weit. Viel wichtiger ist, dass jeder eigenverantwortlich handelt und sich schützt. Natürlich auch zum Wohle der Allgemeinheit.

Entsprechend kritisch soll man auch gegenüber pauschalen erzieherischen Appellen sein. Das kann schnell oberlehrerhaft wirken und gegenteilige Wirkungen erzielen. Aber beim Schutzmaskenregime braucht es in einem Punkt nun wirklich einmal eine klipp und klare Ansage: Hören wir bitte auf mit dem rücksichtslosen Wegwerfen von Einwegschutzmasken!

Die Dinger liegen inzwischen auf Trottoirs, Plätzen, Strassen – an allen Ecken und Enden. Das ist eine wirklich üble, unappetitliche Zivilisationsverirrung, eine regelrechte Sauerei! Wir Schweizer sind doch Weltmeister beim Abfalltrennen und -entsorgen. Es ist im Fall nicht so schwierig: Gebrauchte Papiermasken gehören in einen Güselkübel.