Schutzmasken und Appell an Eigenverantwortung: Der Berufsalltag der Luzerner Polizei in Zeiten des Coronavirus

Müssen jetzt auch Polizisten Schutzmasken tragen? Werden die Bestimmungen des Bundes durch die Polizei kontrolliert? Wie verhält sich diese bei einem Verstoss? Diese und weitere Fragen beantwortet uns Mediensprecher Urs Wigger.

Janick Wetterwald und Raissa Bulinsky
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Die Luzerner Polizei ist während der Corona-Krise wie gehabt im Einsatz. «Grundsätzlich hat sich an den Polizeieinsätzen und Interventionen nichts geändert», erklärt Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei. Abgesehen von den Weisungen des Bundes, die auch die Polizei einzuhalten hat, gehe ihr beruflicher Alltag gewohnt weiter.

Allerdings könne man auch mal Polizisten mit Schutzmaske zu Gesicht bekommen, denn das Tragen der Masken im Auto, wo das «Social Distancing» nicht eingehalten werden kann, war bis vor kurzem noch Pflicht. Die Regelung sei aber mittlerweile gelockert worden. Nun muss eine Schutzmaske nur noch in besonderen Situationen (beispielsweise bei Husten) getragen werden. Und bei einem Einsatz, bei dem es sich um einen konkreten Verdachtsfall oder einen bestätigten Fall des COVID-19 handelt, wie Wigger schildert. Wichtig sei auf jeden Fall, den Schutz der Mitarbeiter und somit die Sicherheit und Ordnung im Kanton Luzern zu gewährleisten.

Werden nun vermehrt Kontrollen durchgeführt? Muss ich eine Anzeige befürchten, wenn ich draussen bin? Dies sind Fragen, die momentan die Bevölkerung beschäftigen. Urs Wigger beruhigt: «Kontrollen werden durch die Polizei im Rahmen der normalen Patrouillentätigkeit ausgeführt. Es gelten die Bestimmungen des Bundes und des Kantons Luzern.»

Gemäss Absprache mit der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz interveniere die Luzerner Polizei ab einer Gruppengrösse von 15 Personen. Und auch wenn Personen gegen Weisungen verstossen, müsse man sich nicht gleich vor einer Anzeige fürchten. Wigger erklärt:

«Grundsätzlich geht die Polizei nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip vor und sucht das Gespräch.»

Erst in einer zweiten Phase, wenn es zu Wegweisungen gemäss des Polizeigesetzes komme und diese nicht eingehalten werden, könne es zu einer Anzeige kommen.

Eigenverantwortung statt Anzeige

Da viele kleinere Polizeiposten geschlossen sind, finden viele Gespräche nun telefonisch statt. So würden bei der Polizei immer wieder telefonische Anfragen der Bevölkerung bezüglich der Weisungen eingehen. Wigger verrät aber, dass es sich bei den meisten Meldungen und Hinweise um Fehlalarme handle und es nur selten zu Verstössen der Weisungen komme. «In Einzelfällen mussten in den Betrieben Anpassungen vorgenommen werden», so Wigger.

Besonders wichtig ist der Polizei auch der Appell an die Eigenverantwortung. Wigger:

«Meiden Sie Begegnungen, halten Sie Abstand und bleiben Sie wenn möglich zu Hause.»