SCHWANGERSCHAFT: In der Zentralschweiz gibt es 642 Abbrüche

Im Jahr 2008 wurden in der Schweiz 10'848 Schwangerschafts­abbrüche gemeldet. Verhältnismässig am meisten Abbrüche in der Zentralschweiz gab es mit Abstand im Kanton Luzern.

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Die Schwangerschaftsabbruchrate liegt im Schweizer Durchschnitt bei insgesamt 6,9 Abbrüchen pro 1000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren. Die Raten blieben stabil, wie das Bundesamt für Statistik mitteilt. Im Vergleich zu den Nachbarländern seien die in den vergangenen Jahren in der Schweiz registrierten Abbruchraten tief. Frankreich weist eine Rate von 17,2 Abbrüchen pro 1000 Frauen auf, Italien 10,6 und Deutschland 7,1.

Region liegt klar unter dem Durchschnitt
In 87 Prozent der Fälle wird der Eingriff im Wohnkanton vorgenommen. Wie bereits in den Vorjahren zeigen sich bei den Raten teilweise grosse kantonale Unterschiede. An vorderster Stelle stehen Genf (13 Abbrüche pro 1000 Frauen), Neuenburg (9,6) und Waadt (9,2). Luzern rangiert im hinteren Mittelfeld (5), gefolgt von Schwyz (4,4), Nidwalden und Zug (je 2,9) sowie Obwalden (2,6) und Uri (2,5) vor Appenzell Innerhoden, dem Kanton mit der geringsten Abbruchrate (1,6).

Schwyzerinnen brechen in anderen Kantonen ab
Durchschnittlich verzeichnen die Grenzkantone (vor allem Tessin und Genf) oder die Kantone mit einem Universitätsspital eine höhere Schwangerschaftsabbruchrate, da hier auch Frauen aus anderen Kantonen oder Ländern einen Eingriff durchführen lassen. In der Zentralschweiz sind die Zahlen ausgewogen – nur der Kanton Schwyz schert aus: Dessen Einwohnerinnen suchen für einen Schwangerschaftsabbruch eher ausserkantonale Spitäler auf.

scd