SCHWEBBALCHEN: Neue Fischart im Vierwaldstättersee entdeckt

«Schwebbalchen»: So nennt der Biologe Bänz Lunsgaard-Hansen eine neue Felchenart, die er und seine Forscherkollegen im Vierwaldstättersee entdeckt haben.

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Sonnenaufgang über dem Vierwaldstättersee. (Bild Beat Blättler/Neue LZ)

Sonnenaufgang über dem Vierwaldstättersee. (Bild Beat Blättler/Neue LZ)

Bekannt waren im Vierwaldstättersee bis anhin vier Arten von Felchen, Balchen (Coregonus suidteri), Albeli (Coregonus zugensis), Edelfisch (Coregonus nobilis) und die noch unbeschriebenen Alpnacher Felchen, wie es im Jahresbericht der Eawag heisst. Auf den Namen Schwebbalchen seien die Evolutionsbiologen gekommen, weil die Art in einer Tiefe von 10 bis 30 Metern heimisch ist. Die Berufsfischer hätten zum einen in diesen mittleren Tiefen wenig gefischt und zum anderen die neue Art wohl als junge und kleinere Balchen identifiziert, erklärt Lundsgaard- Hansen die Tatsache, dass die Art bisher unbemerkt geblieben ist, obwohl sie in grosser Zahl gefunden wird.

Keine importierte Art
Als eigenständige Art bestimmt wurden die Schwebbalchen durch eine genaue Vermessung ihrer Körperform anhand 14 verschiedener Merkmale sowie durch genetische Analysen, wie es weiter heisst. Beide Verfahren zeigen, dass sie zwar eng mit den Balchen und den Albeli aus dem Vierwaldstättersee verwandt, aber doch deutlich differenziert sind. Der Vergleich mit Felchen aus anderen Seen der Schweiz ergab dagegen weniger Übereinstimmung. Es handelt sich also nicht, wie ursprünglich vermutet, um eine Art, die aus einem anderen See in den Vierwaldstättersee eingeführt wurde.

scd