SCHWEIZ: Masseneinwanderung: Ja aus der Zentralschweiz – ausser Zug

In der Zentralschweiz nehmen die Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden die Masseneinwanderungsinitiative der SVP mehr oder weniger klar an. Zug sagt hauchdünn Nein. Ein Überblick, wie die Zentralschweiz abgestimmt hat.

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Lange Wartezeiten bei der Einreise in die Schweiz bei der Zollstelle in Chiasso. (Bild: Keystone)

Lange Wartezeiten bei der Einreise in die Schweiz bei der Zollstelle in Chiasso. (Bild: Keystone)

Im Kanton Luzern nehmen 51,96 Prozent der Stimmbürger die Masseneinwanderungsinitiative der SVP an. Am deutlichsten ist die Zustimmung in Werthenstein und Luthern mit je 74 Prozent. Nein zur Initiative sagen im Kanton Luzern die Gemeinden Adligenswil (54%), Horw (51%), Meggen (56%), Hochdorf (51%), Sempach (55%) und die Stadt Luzern (60%). Die Fabi-Vorlage wird im Kanton Luzern mit 61,3 Prozent Ja angenommen. Verworfen mit 61,9 Prozent wird die Abtreibungsvorlage. Die Stimmbeteiligung lag bei 60,8 Prozent.

Die Volksinitiative gegen Masseneinwanderung wird im Kanton Obwalden mit einem Ja-Anteil von 59,1 Prozent angenommen. Die Fabi-Vorlage wird im Kanton Obwalden mit 52,3 Prozent ebenfalls angenommen, die Abtreibungsinitiative mit 58,4 Prozent abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei 60,3 Prozent.

Der Kanton Nidwalden sagt mit 58,8 Prozent Ja zur SVP-Masseneinwanderungsinitiative der SVP. Die Fabi-Vorlage wird mit 51,7 Prozent angenommen. Die Abtreibungsvorlage mit 60,3 Prozent verworfen. Die Stimmbeteiligung lag bei 60,3 Prozent.

50,06 Prozent Nein in Zug

Der Kanton Zug lehnt die Masseneinwanderungsinitiative der SVP mit 50,06 Prozent ab. Genau 50 Stimmen gaben hier den Ausschlag. Die Fabi-Vorlage wird mit 64,0 Prozent angenommen. Abgelehnt mit 66,3 Prozent wird die Abtreibungsvorlage. Die Stimmbeteiligung lag bei 60,6 Prozent.

Der Kanton Urinimmt die Masseneinwanderungsinitiative mit 58,2 Prozent an, ebenso die Fabi-Vorlage mit 51,5 Prozent. Abgelehnt wird die Abtreibungsvorlage mit 54,7 Prozent.

Nein zu Fabi in Schwyz

Im Kanton Schwyz wird die Masseneinwanderungsinitiative der SVP mit 63 Prozent Ja angenommen. Als einziger Kanton der Schweiz lehnt Schwyz die Fabi-Vorlage mit 50,5 Prozent ab. Schlussendlich haben 591 Stimmen den Ausschlag gegeben. Die Abtreibungsinitiative wird im Kanton Schwyz mit 55,7 Prozent ebenfalls abgelehnt.

Die Stimmbeteiligung liegt in der Schweiz bei hohen 56,6 Prozent.

Realp erneut auf der weltoffenen Seite

Der Kanton Uri hat die SVP-Initiative zur Zuwanderung deutlich mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 58 Prozent gutgeheissen. Dagegen stimmten nur zwei der 20 Gemeinden - der Hauptort Altdorf und das entlegene Realp, das sich somit zum wiederholten Mal weltoffen zeigte.

Der Entscheid fiel in dem am Fusse des Furka gelegenen Dorfes allerdings knapp aus: 35 Stimmberechtigte unterstützten ein Ende der Personenfreizügigkeit und somit die Initiative «Gegen Masseneinwanderung», 39 votierten dagegen.

Auch in den anderen beiden Dörfern des Urserentales stiess die SVP nicht auf ungeteilte Zustimmung. In Hospental resultierte ein 33 zu 33 Stimmen. Der aufstrebende Tourismusort Andermatt stimmte dem Volksbegehren nur knapp mit 263 zu 257 Stimmen zu.

Es ist nicht das erste Mal, das Realp in Volksabstimmungen durch seine Weltoffenheit aufgefallen ist. So votierten dort die Stimmberechtigten für einen Beitritt zum EWR und den Schengen-Raum und gegen die Minarett-Verbotsinitiative. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden war die Reaktion der Bevölkerung von Realp 2013 gelassen, als der Bund dort eine provisorische Asylunterkunft betrieb.

rem/sda

Zollstation Chiasso (Bild: Keystone)

Zollstation Chiasso (Bild: Keystone)