SCHWERVERKEHR: Die Experten warnen vor 60-Tönnern

In einigen Ländern der EU kurven sie schon herum, bei uns sind sie noch verboten: die Megatrucks. Was aber, wenn sie doch kommen?

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25,25 Meter lang und 60 Tonnen schwer: ein so genannter Gigaliner. (Bild Keystone)

25,25 Meter lang und 60 Tonnen schwer: ein so genannter Gigaliner. (Bild Keystone)

«Falls diese Trucks dereinst durch die Schweiz rollen sollten, wird es an einigen Orten ziemliche Schwierigkeiten geben», sagt der Luzerner Kantonsingenieur Fredy Rey. Besonders problematisch würde es, wenn die 60 Tonnen schweren und über 25 Meter langen Lastwagen die Autobahn verliessen. Das Hauptproblem sei die Grösse. «Schon heute gibt es Schwierigkeiten mit den 18 Meter langen 40-Tönnern, weil bei längeren Fahrzeugen je nach Lenkung die Achsen aus der Spur laufen können.»

Strassenbeläge, Kreisel, Kurven – alles problematisch
Laut Rey könnte es auch sein, dass die Strassenbeläge und -unterbauten schneller beschädigt würden. Zumindest dann, wenn die Achslast grösser wäre als bei den 40-Tönnern. Ähnlich ist die Einschätzung von Heinrich Meier, Stabsdienstchef der Kantonspolizei Uri: «Es gibt Verkehrspunkte in Uri, an denen es problematisch würde.» Dies seien insbesondere die Kreisel in Göschenen und Flüelen. Das Gefahrenpotenzial wäre aber auch im Gotthardtunnel um ein Vielfaches grösser als heute.

Auch Edoardo Frei, Leiter der Abteilung Strassen beim Urner Amt für Tiefbau, warnt vor den Megatrucks. Ein wesentliches Problem sei vor allem ihre Länge. «Deswegen dürften sie auf dem kurvigen Autobahnabschnitt zwischen Amsteg und Göschenen grosse Mühe haben», sagt er.

Auch die Raststätten hätten Schwierigkeiten
Gedanken über eine mögliche Zulassung von 60-Tönnern in der Schweiz macht man sich auch bei den Raststätten. «Der Belag würde diesen schweren Maschinen wohl nicht standhalten», sagt Walter Misteli, Betriebsleiter der Autobahnraststätte Neuenkirch-Luzern. Auch die Betankungsplätze seien nicht für 60-Tönner gebaut. «Der Betonbelag müsste verstärkt werden, damit die Leitungen darunter nicht beschädigt würden.» Zudem müsste auch die Grösse der Parkplätze den neuen Fahrzeugen angepasst werden. Unter dem Strich würde dies bedeuten, dass man in unermesslichem Rahmen investieren müsste.

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.