SCHWYZ: 60 Einsprachen gegen neue Axenstrasse

Die Zahl der Einsprachen gegen das Projekt für eine neue Axenstrasse zwischen Brunnen und Sisikon ist nach Ablauf der Frist auf knapp 60 angestiegen. Die meisten Einsprachen gingen beim Bund im letzten Moment ein.

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Axenstrasse: Das geplante Portal bei Ingenbohl, rechts der Mositunnel. (Bild: PD)

Axenstrasse: Das geplante Portal bei Ingenbohl, rechts der Mositunnel. (Bild: PD)

Bis am Freitag zählte das Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) rund 20 Einsprachen. Seitdem sind aber noch knapp 40 weitere Einsprachen hinzukommen, wie UVEK-Sprecherin Annetta Bundi am Mittwoch Informationen der Zeitung «Bote der Urschweiz» bestätigte.

Die zusätzlichen Einsprachen würden aufgrund des gültigen Poststempels ebenfalls berücksichtigt, sagte Bundi. Daneben seien dem UVEK auch noch vom Kanton Schwyz Einsprachen weitergeleitet worden, die an den Kanton statt an den Bund adressiert worden seien.

Die 30-tägige Planauflage zum Milliarden-Projekt des Bundes ging vor einer Woche zu Ende. Zu den Einsprechern zählen gemäss Mitteilung der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), die Alpen-Initiative und die Ärztinnen und Ärzte für den Umweltschutz. Sie wehren sich gegen das Nationalstrassenprojekt, weil es aus überrissen sei und den Alpenschutzartikel verletze.

Vorsorglich legte auch die Gemeinde Ingenbohl Einsprache ein. Der Gemeinderat begründete dies damit, dass noch Gespräche zu den Rahmenbedingungen während der Bauzeit geführt werden müssten. Wer die weiteren Einsprecher sind, geben die Behörden nicht bekannt.

In einem nächsten Schritt können der Kanton Schwyz und danach die zuständigen Bundesämter Stellung nehmen zur Kritik. Schliesslich entscheidet das UVEK mit einer Verfügung über die dann noch offenen Einsprachen. Die Bauherren - die Kantone Schwyz und Uri - hoffen, innerhalb eines Jahres die Genehmigung des Bundes zu erhalten.

Umfrage mit deutlichem Ergebnis

Gemäss einer repräsentativen Umfrage des Instituts Publitest im Kanton Schwyz Ende Oktober/Anfang November stehen 61,4 Prozent dem Bauprojekt positiv gegenüber. 29,3 Prozent sind eher oder klar dagegen. 9,2 gaben keine Meinung an.

Befragt wurden im Auftrag des "Boten der Urschweiz" 430 Personen im Kanton Schwyz zwischen dem 20. Oktober und dem 4. November 2014. Der Schätzfehler liegt bei 4,6 Prozent.

Mitte September 2014 startete in Schwyz ein überparteiliches Komitee eine kantonale Volksinitiative gegen den Neubau der Axenstrasse. Das Volksbegehren will in der Verfassung festschreiben, dass sich die Schwyzer Behörden beim Bund für eine Sanierung und gegen das Tunnelprojekt einsetzen müssen.

Das Komitee "Axen vors Volk" wehrt sich vor allem wegen der finanziellen Mehrbelastung des Kantons Schwyz und aus Furcht vor mehr Transitverkehr gegen das Vorhaben.

Zwei Tunnels geplant

Ab 2017 soll zwischen Ingenbohl SZ und Sisikon eine neue, knapp acht Kilometer lange Strasse gebaut werden. Das Projekt sieht zwei neue Tunnels und dazwischen einen kurzen offenen Hangabschnitt vor. Die Eröffnung ist für 2025 vorgesehen.

Der Bau der neuen Strasse mit zwei Tunnels kostet geschätzte 980 Millionen Franken. Hinzu kommt die Sanierung der bestehenden Strasse für weitere 240 Millionen Franken. Der Bund bezahlt rund 94 Prozent des Neubau-Projekts, die beiden Kantone Uri und Schwyz übernehmen den Rest. (sda)

Das geplante neue Tunnelportal auf dem Gemeindegebiet von Morschach, rechts die alte Axenstrasse. (Bild: PD)

Das geplante neue Tunnelportal auf dem Gemeindegebiet von Morschach, rechts die alte Axenstrasse. (Bild: PD)

Neue Axenstrasse im Bereich Gumpisch bei Sisikon. (Bild: PD)

Neue Axenstrasse im Bereich Gumpisch bei Sisikon. (Bild: PD)