SCHWYZ: Als uneheliche Kinder zu teuer waren

Der heute reiche Kanton Schwyz war früher mausarm. So arm, dass damals Kinder auch ins Ausland abgeschoben wurden.

Bert Schnüriger
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Bei kinderreichen Familien in der Innerschweiz (Bild) sass noch vor wenigen Jahrzehnten die Armut mit am Tisch. (Archivbild Neue SZ)

Bei kinderreichen Familien in der Innerschweiz (Bild) sass noch vor wenigen Jahrzehnten die Armut mit am Tisch. (Archivbild Neue SZ)

In den 1840er-Jahren kämpfte der Kanton Schwyz mit der Armut. Armen Leuten wurde die Eheschliessung verweigert. Aussereheliche Kinder mussten heimlich geboren und getauft werden. In einem soeben erschienenen Buch beschreibt der Schwyzer Historiker Erwin Horat dieses dunkle Kapitel der Schwyzer Geschichte.

Nach einer heimlichen Geburt vorab in Küssnacht wurden solche Kinder unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Ingenbohl getauft. Und von dort trug sie ein einheimischer Schiffmann bei Nacht und Nebel nach Oberitalien. Dort konnten schon damals Kinder an einer Babyklappe bei einem Kinderasyl abgegeben werden. Horat schildert aus alten Gerichtsakten mehr als drei Dutzend solcher Fälle, bei denen Akteure verurteilt wurden.

Heute verfügen die Steuerzahler im Kanton Schwyz über riesige Vermögen. Die aktuellsten Zahlen dazu liegen für das Jahr 2009 vor. Damals versteuerten die Schwyzerinnen und Schwyzer Vermögenswerte von insgesamt 67,8 Milliarden Franken. Davon liegen von den grossen Vermögen rund 42 Milliarden alleine im Bezirk Höfe.

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