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SCHWYZ: Angriff auf den «Seppitag»

Der Josefstag gehört im Kanton zu den ganz grossen Feiertagen. Von Gesetzes wegen haben die Arbeitnehmer dann in der Regel frei – genau wie an Weihnachten. Nun wollen fünf FDP-Kantonsräte an diesem Status rütteln. Das dürfte auf Widerstand stossen.
Carlo Schuler
Prozession zugunsten des Heiligen Josefs (Symbolbild). (Bild: Samuel Golay / Keystone (Sorengo, 19. März 2015))

Prozession zugunsten des Heiligen Josefs (Symbolbild). (Bild: Samuel Golay / Keystone (Sorengo, 19. März 2015))

Carlo Schuler

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Morgen ist im ganzen Kanton Schwyz wegen des Josefstags Feiertag. Schon lange hat der 19. März seinen festen Platz im Schwyzer Jahreskalender. Der Tag des heiligen Josef, Patron der Arbeiter und Handwerker, gehört im Kanton Schwyz sogar zu jenen Feiertagen, die arbeitsrechtlich einem Sonntag gleichgestellt sind. Dies ist so sonst nur noch im Kanton Tessin der Fall.

Das aber wollen nun die FDP-Kantonsräte Christian Bähler, Stefan Christen, Robert Nigg, Bruno Sigrist und Heinz Theiler ändern. In ihrer im Dezember eingereichten Motion «Gewerbefreundliche Anpassung von Feiertagen» fordern sie, dass der Josefstag zu einem gewöhnlichen öffentlichen Ruhetag wird. Die Motionäre argumentieren, dass der heutige Status des Josefstags dazu führe, dass den Arbeitnehmenden die für Sonntage geltenden Zuschüsse bezahlt werden müssten. Der Josefstag verursache so für interkantonal tätige Unternehmen zusätzliche Kosten.

Auf die Frage, von wie vielen solchen überregional tätigen Schwyzer Firmen er ausgehe, antwortet der Küssnachter Motionär Christian Bähler: «Konkrete Zahlen liegen uns nicht vor. Gemäss unseren Abklärungen gehen wir von einer erheblichen Anzahl betroffener Unternehmungen aus.» Carmen Schlegel vom Regionalsekretariat Schwyz der Gewerkschaft Syna widerspricht: Die meisten Unternehmen im Kanton Schwyz seien kleinere Betriebe, welche ihre Arbeiten innerhalb des Kantons verrichten würden.

Arbeitnehmende würden Zuschlag verlieren

Die Motionäre machen noch einen zusätzlichen Vorschlag. Anstelle des Josefstags soll neu der Ostermontag zu einem dem Sonntag gleichgestellten Feiertag heraufgestuft werden. Bloss: Die Motionäre erwähnen nicht, dass das aus Arbeitnehmersicht kein guter Tausch wäre. Traditionsgemäss beantragen nur wenige Betriebe für den Ostermontag eine Ausnahmebewilligung. Aufgrund der Brücke von Freitag bis Montag bleiben die meisten Geschäfte am Ostermontag geschlossen.

Der Josefstag hingegen sei – je nach Wochenkonstellation – für viele Verkaufsgeschäfte sehr attraktiv, erläutert Hubert Helbling, Vorsteher des Schwyzer Amtes für Arbeit. Vor allem die grossen Detailhändler würden für diese Tage eine Bewilligung beantragen. Mit der angestrebten Gesetzesänderung würden rund 1500 bis 2000 Arbeitnehmende am Josefstag den Lohnzuschlag gemäss Arbeitsgesetz nicht mehr erhalten. Carmen Schlegel von der Gewerkschaft Syna meint: «Aus unserer Sicht haben die Arbeitnehmer ein Recht auf Feiertage, auch auf solche, die einem Sonntag gleichgestellt sind.» Die zusätzlichen Kosten seien für die Arbeitgeber sicher tragbar. «Diese Motion ist leider wieder einmal mehr arbeitgeber-, jedoch nicht arbeitnehmerfreundlich.» Nicht auszuschliessen ist, dass mit einem Systemwechsel mehr Gesuche für Arbeitsbewilligungen gestellt werden. Dies aber könnte gegebenenfalls den Status des Josefstags zusätzlich aufweichen.

Nach Auskunft von Hubert Helbling wird der Regierungsrat seine Antwort auf die Motion in den nächsten zwei bis drei Wochen veröffentlichen. Danach muss sich der Schwyzer Kantonsrat mit diesem Thema befassen.

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