SCHWYZ: Ausstellung zeigt eine Welt in Papier geschnitten

Das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz zeigt ab kommendem Samstag eine verblüffende Welt aus Papier: die Ausstellung «Scherenschnitte. Papiers découpés. Silhouette. Paper cuts» dauert bis am 9. März. Sie zeigt neben zeitgenössischen auch historische Schnittbilder.

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Scherenschnitt-Atelier und Wandrelief von Franticek Klossner (Bild: PD)

Scherenschnitt-Atelier und Wandrelief von Franticek Klossner (Bild: PD)

Die Ausstellungsräume in Schwyz haben sich in eine einzigartige Scherenschnitt-Landschaft verwandelt, wie die Ausstellungsmacher am Donnerstag mitteilten. Die installativen Werke des Künstlers Franticek Klossner wurden extra für die Ausstellung konzipiert. Sie verwandeln das Medium des Papierschnittes in eine grossräumliche Dimension.

Ebenfalls zu sehen sind Kinderscherenschnitte aus dem Archiv der Kinder- und Jugendzeichnungen der Stiftung Pestalozzianum. Zwischen 1920 und 1961 war im Pestalozzi-Kalender regelmässig ein Scherenschnitt-Wettbewerb ausgeschrieben worden. Daran hatten auch später bekannte Grafiker, Maler und Scherenschneider teilgenommen.

Historischer Scherenschnitt «Herde unter Bäumen», 1801, von Antoinette Lisette Fäsi, aus der Sammlung von Hans-Jurgen Glatz, Blankenburg (Bild: PD)
14 Bilder
Ausschnitt Wandrelief von Franticek Klossner (Bild: PD)
Historischer Scherenschnitt «Alpaufzug», 1858, von Johann Jakob Hauswirth, aus Privatsammlung (Bild: PD)
Historischer Scherenschnitt «Blumenstrauss», 1946, von Louis David Saugy, aus der Sammlung von Hans-Jurgen Glatz, Blankenburg (Bild: PD)
Zeitgenössischer Scherenschnitt «Windkrafträderstrauss», 2012, von Martin Mächler (Bild: PD)
Zeitgenössischer Scherenschnitt «Alpaufzug», 2012, von Rita Hochuli-Klauser (Bild: PD)
Zeitgenössischer Scherenschnitt «Stier Dobi», 2012, von Monika Flutsch (Bild: PD)
Zeitgenössischer Scherenschnitt «Liebesbrief ohne Worte», 2012, von Estrellita Fauquex (Bild: PD)
Kinderscherenschnitt, 1931, Dr. Dolittle, Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung, Stiftung Pestalozzianum (Bild: PD)
Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ
Blick in die Ausstellung (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)
Blick in die Ausstellung (Bild: PD)
Blick in die Ausstellung (Bild: PD)
Bild: PD

Historischer Scherenschnitt «Herde unter Bäumen», 1801, von Antoinette Lisette Fäsi, aus der Sammlung von Hans-Jurgen Glatz, Blankenburg (Bild: PD)

Johann Jakob Hauswirth, der Vater des Scherenschnitts

So sind in der Ausstellung etwa auch Arbeiten des Schweizer Malers und Kinderbuchautors Alois Carigiet (1902-1985) zu sehen. Ausgestellt sind sodann die Papierarbeiten von David Regez (1916-1984), der 1964 an der Expo und später auch international Bekanntheit erlangte. Als Vater des Scherenschnitts gilt Johann Jakob Hauswirth, dessen Werke in Schwyz natürlich nicht fehlen.

Am Ende des Rundgangs können die Besucher auf einem so genannten Silhouettierstuhl Platz nehmen und den Schattenriss ihres Profils selber anfertigen - oder sie können im Scherenschnitt-Atelier selber zur Schere oder zum Messerchen greifen. Im Mini-Kino werden schliesslich märchenhafte Silhouettenfilme gezeigt.

Zeitgenössisches Schaffen

Die 8. Schweizerische Scherenschnitt-Ausstellung basiert auf einer Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Verein Freunde des Scherenschnitts. Sie schafft auch einen Bezug zwischen den historischen Werken und dem aktuellen Schaffen zeitgenössischer Scheren- und Papierschnittkünstler.

Die Mitglieder des Vereins wurden im Jahr 2012 eingeladen, sich von zehn historischen Werken inspirieren zu lassen. Von den 197 eingegangenen Arbeiten wurden 105 für die Ausstellung ausgewählt.

Neben traditionellen Themen wie Alpaufzug oder Schwingen sind auch moderne Motive wie etwa ein Strauss aus Windkrafträdern oder ein «Liebesbrief ohne Worte» zu sehen.

sda