SCHWYZ: Bald dürfen auch Schwyzer Kitesurfen

Der Kanton will das Kitesurfen auf seinen Seen erlauben. Er macht aber Einschränkungen – zu Gunsten der Natur und der Fischerei.

Lena Berger
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Ein Kitesurfer braust über den Zugersee. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Ein Kitesurfer braust über den Zugersee. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Lena Berger

Der Kanton Schwyz hat bisher – im Gegensatz zu Zug, Luzern und Uri – keine Wasserflächen zum Kitesurfen freigegeben. Jetzt kommt er aber unter Zugzwang. Der Grund: 2014 hat der Bundesrat beschlossen, das schweizweite Kitesurfverbot aufzuheben – und zwar auf Februar 2016. Damit dürfen die Drachensegler ihren Sport künftig grundsätzlich auf allen Seen ausüben. Die Schwyzer Regierung will bis Ende Jahr jedoch neue Vorschriften erlassen, um das Kitesurfen einzuschränken. Sie hat einen entsprechenden Vorschlag in die Anhörung geschickt.

Verbot bleibt teils bestehen

Konkret sieht der Vorschlag der Regierung Folgendes vor:

  • Zürichsee:  Auf dem schwyzerischen Teil des Zürichsees ist das Kitesurfen wegen der herrschenden Windverhältnisse nur an wenigen Tagen im Jahr möglich – und dann beschränkt sich die übrige Seenutzung im Wesentlichen auf die Kursschifffahrt. Deshalb wird das Kitesurfen zugelassen. Allerdings nicht in den Gebieten des Nuoler Rieds und der Bätzimatt, die im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung aufgeführt sind. Dort könnten die Start- und Landemanöver die Amphibien und Bodenbrüter stören. Der gesamte östliche schwyzerische Seeteil des Zürich-Obersees bleibt deshalb für Kitesurfer tabu.
  • Zugersee: Die Erfahrungen der bereits bestehenden Kitesurfzone im zugerischen Seeteil sind positiv. Es sei daher weder mit Verkehrssicherheitsproblemen noch mit Problemen für den Naturschutz zu rechnen. Das Kitesurfen wird erlaubt.
  • Vierwaldstättersee: Auf dem Grossteil des Vierwaldstättersees (mit Ausnahme des Luzerner Seebeckens) ist das Drachensegeln bereits erlaubt. Es sprächen daher auch für den schwyzerischen Seeteil keine objektiven Gründe dagegen, das Kitesurfverbot aufzuheben. Allerdings sei die Seefläche im Raum Brunnen stark frequentiert, und es würden schwer einzuschätzende Windverhältnisse vorherrschen. Daher soll das Kitesurfen aus Sicherheitsgründen im Bereich Rütli bis Treib verboten bleiben.
  • Sihlsee :Der südliche Sihlseeteil weist im Gegensatz zu den übrigen Schwyzer Gewässern für das Kitesurfen optimale Windverhältnisse auf. Allerdings ist dieser relativ klein und wird bereits intensiv von Fischern, Seglern und Surfern genutzt. Dass Kiter häufige Wendemanöver vornehmen müssten, sei ein besonderes Gefahrenmoment. Auch sei nicht auszuschliessen, dass dabei Naturschutzgebiete und Flachmoore von nationaler Bedeutung tangiert würden. Das Kitesurfen soll im südlichen Seebereich ab dem Steinbachviadukt verboten bleiben.
  • Lauerzersee: Grosse Schutzzonen bieten hier wichtigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Diese reagieren sensibel auf externe Beeinträchtigungen. Plötzlich am Horizont erscheinende Drachen der Kitesurfer können zu Fluchtreaktionen bei Vögeln führen und schützenswerte Populationen so schädigen. Deshalb bleibt das Kitesurfverbot bestehen.
  • Wägitalersee: Er eignet sich aufgrund der Topografie kaum zum Kitesurfen. Kursänderungen würden eine Gefährdung der Fischer vor Ort schaffen. Das Kitesurfverbot wird aufrechterhalten.

Die Frist für Stellungnahmen im Rahmen der Anhörung wurde ursprünglich auf den 31. August festgelegt, inzwischen aber um zwei Wochen verlängert. Danach will die Regierung über die Resultate informieren.