SCHWYZ: BDP-Politiker wegen Vergewaltigung ins Gefängnis

Der ehemalige St. Galler BDP-Politiker Jürg Gehrig soll wegen mehrfacher Vergewaltigung, Nötigung und Belästigungen zweier Frauen ins Gefängnis. Das Schwyzer Strafgericht hat ihn zu 30 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Gehrig zieht das Urteil weiter.

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Von der Freiheitsstrafe soll Jürg Gehrig sechs Monate im Gefängnis absitzen müssen. Zudem muss er gemäss Urteil einem Opfer 15'000 Franken Genugtuung zahlen und 1000 Franken Busse leisten, wie das Schwyzer Strafgericht am Donnerstag mitteilte.

Gehrig akzeptiert das Urteil des Schwyzer Strafgerichts nicht. Er verlangt einen Freispruch. Gehrigs Verteidiger meldete bereits Berufung an, wie dieser auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Treffen im Ferienhaus und auf Boot

Eine ehemalige Assistentin warf dem damaligen Politiker vor, sie sei von ihm 2011 mehrfach sexuell belästigt worden. In Gehrigs Ferienhaus sei es gar zur Vergewaltigung gekommen.

Die andere Frau, die er über eine Partnervermittlung kennengelernt hatte, warf ihm vor, sie bei einem Treffen auf seinem Boot vergewaltigt zu haben. Sie hatten sich danach mehrmals getroffen.

Der Staatsanwalt forderte für Gehrig eine dreijährige Freiheitsstrafe. Davon sollte er ein Jahr absitzen müssen. Der Beschuldigte wies die Vorwürfe stets zurück. Er erklärte, er habe einvernehmlich gehandelt. Seine Verteidiger verlangten einen Freispruch.

Frauen leisteten Widerstand

Das Gericht hält die Aussagen der Opfer für glaubwürdig. Aufgrund des verbalen wie nonverbalen Widerstands der Frauen hätten Gehrig Zweifel am Einverständnis der beiden zum Geschlechtsverkehr aufkommen müssen, heisst es in der Kurzbegründung des Gerichts.

Der heute 60-jährige Unternehmer war 2011 in St. Gallen Spitzenkandidat der BDP bei den Nationalratswahlen. Gleichzeitig kandidierte der einstige SVP-Anhänger für den Ständerat.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe und der Strafuntersuchung im Wahlkampf zog Jürg Gehrig nach Aufforderung der BDP seine beiden Kandidaturen zurück.

sda