SCHWYZ: Bruno Frick: «Nichts zu entschuldigen»

Erstmals seit Beginn der Kontroverse um seine Person hat der neu gewählte Finma-Verwaltungsrat Bruno Frick in einem Interview Stellung genommen. Dass nun alte Geschichten hervorgeholt würden, sei Teil einer Medienkampagne.

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Bruno Frick sieht sich als Opfer einer Kampagne (Bild: Keystone)

Bruno Frick sieht sich als Opfer einer Kampagne (Bild: Keystone)

«Mit dieser Kampagne will man mich, den Bundesrat als Wahlbehörde und die Finma diskreditieren», sagte der ehemalige Schwyzer CVP-Ständerat in dem am Donnerstag in der NZZ-Online veröffentlichten Interview. «Neben diesem grossen politischen Zusammenhang gibt es einige Leute, die jetzt ihr privates, kleines Süppchen kochen wollen.»

Letzten Sonntag war bekannt geworden, dass gegen Frick im Kanton Schwyz ein Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung läuft. Davon hatten weder er noch der Bundesrat bei der Wahl Fricks in den Verwaltungsrat der Finanzmarktaufsicht Ende Juni gewusst. Seither holten Medien weitere Details aus Fricks beruflicher Laufbahn ans Licht.

Als «Skandal» bezeichnete Frick den Versuch des «Tages-Anzeigers», eine Verbindung herzustellen zwischen seiner Person und dem Ipco-Betrugsskandal im Kanton Schwyz Anfang 1999. Nach seiner Darstellung hat ein Mitarbeiter seiner Kanzlei für die Firma kleine Arbeiten erledigt.

Frick erwägt Beschwerde beim Presserat

Er selber habe nie an diesem Fall mitgearbeitet und sei weder vorher noch nachher für die Ipco tätig gewesen. «Mir jetzt vorzuwerfen, ich hätte etwas mit diesem Unternehmen zu tun, ist wie wenn man dem Küchenbauer vorwirft, er sei verantwortlich, wenn in der Pfanne Gift gekocht wird», sagte Frick. Er überlegt sich daher, beim Presserat Beschwerde gegen den «Tages-Anzeiger» einzureichen.

Frick zeigte sich im Interview «sehr zuversichtlich», dass er das Finma-Verwaltungsratsmandat trotz der Vorwürfe wie geplant am 1. August antreten wird. Der Staatsanwalt werde nun entscheiden, ob eine Strafuntersuchung eröffnet werde. «Ich bin mir in der Sache absolut sicher und bleibe gelassen», sagte Frick.

Auch im Finanzdepartement glaubt man offenbar nicht, dass an den Vorwürfen etwas dran ist. Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf hält trotz des Verfahrens an Bruno Frick fest, wie ihr Departement am Dienstag mitteilte.

sda/zim