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SCHWYZ: Bund will bei Schwyz ein Asylzentrum eröffnen

Der Bund will in Seewen-Schwyz ein Asylzentrum eröffnen. Das Zentrum, das am einstigen Standort der Militärpolizei untergebracht werden soll, könnte bis zu 340 Asylbewerber beherbergen, die ausreisen müssen. Dank eines Deals unterstützt die Gemeinde den Plan des Bundes.
Auf diesem Areal in Seewen, wo bis September 2015 die Militärpolizei untergebracht war, soll das Bundeszentrum errichtet werden. (Bild Andreas Seeholzer)

Auf diesem Areal in Seewen, wo bis September 2015 die Militärpolizei untergebracht war, soll das Bundeszentrum errichtet werden. (Bild Andreas Seeholzer)

Der Bund hat die Schweiz in Asylregionen eingeteilt. Für die Region Zentral- und Südschweiz sind langfristig 690 Unterkunftsplätze in zwei Bundeszentren geplant. Als den einen Standort ist nun dasAreal Wintersried in Seewen-Schwyz gewählt worden, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Freitag mitteilte.

Das SEM hat mit der Standortgemeinde Schwyz eine Absichtserklärung über die Nutzung des Areals abgeschlossen. Wintersried sei aus organisatorischer, finanzieller und raumplanerischer Sicht am besten geeignet, teilte das SEM mit.

Kanton befürchtet negative Auswirkungen

Der Standortkanton Schwyz sieht dies anders. Er befürchtet, dass das Bundeszentrum die Entwicklung des Schwyzer Talbodens zwischen Schwyz und Brunnen erschweren werde. Vorbehalte hat er auch wegen der Verkehrserschliessung. Der Regierungsrat sei gegen ein Asylzentrum in Wintersried, teilte die Staatskanzlei mit.

Das SEM bedauert auf Anfrage den Widerstand des Kantons. Es weist darauf hin, dass es sich bei Wintersried um ein Bundesgelände handle. Eine explizite Zustimmung des Standortkantones sei nicht nötig.

Die Gemeinde Schwyz habe das Bundeszentrum nicht gesucht, sagte Gemeindepräsident Hugo Steiner auf Anfrage. Da es aber eine Gegenleistung für die Gemeinde gebe, habe der Gemeinderat der Absichtserklärung zustimmen können.

Die Absichtserklärung zwischen dem SEM und der Gemeinde sieht vor, dass jener ein Teil des Areals Wintersried sowie das Zeughausareal im Baurecht angeboten werden. Die Gemeinde könnte diese Flächen zur wirtschaftlichen Entwicklung oder für gemeindeeigene Bauten nutzen.

Wird in Seewen ein Ausreisezentrum realisiert, wird der Bund dem Kanton entsprechend weniger Asylsuchende zuteilen. Die Plätze in Bundesunterkünften würden vollumfänglich dem kantonalen Kontingent angerechnet, teilte das SEM mit. Die Gemeinde Schwyz werde den Kanton entsprechend ersuchen, die Kompensation der Gemeinde weiterzugeben und ihr keine weiteren Asylsuchenden zuzuweisen.

Neubau geplant

Das SEM will für das Ausreisezentrum einen Neubau mit 340 Betten realisieren. Der Baubeginn werde nicht vor 2018 sein, teilte SEM-Sprecherin Léa Wertheimer auf Anfrage mit.

Asylbewerber dürften aber schon 2016 auf dem Areal Wintersried leben. Wegen der angespannten Lage im Asylbereich würden die bestehenden Hallen umgenutzt und allfällige Fahrnisbauten aufgestellt, teilte das SEM mit. Diese Anlage solle im Frühling 2016 mit 250 Asylsuchenden belegt werden. Ab Januar 2017 solle die Unterbringungskapazität auf 400 Betten erhöht werden.

Der Bund erwartet, dass in Seewen über 30 Millionen Franken investiert werden müssen. Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten solle die lokale und regionale Wirtschaft von den Investitionen und später vom Betrieb profitieren können, teilte das SEM mit. Zudem schaffe das Zentrum rund 40 Stellen.

Mit den Ausreisezentren, wie es in Seewen geplant ist, will der Bund sicherstellen, dass Asylbewerber, die nicht in der Schweiz bleiben können, direkt ab den Bundeszentren in ihre Herkunftsstaaten zurückgeführt werden. In den Verfahrenszentren des Bundes werden Asylgesuche eingereicht, geprüft und entschieden.

Ziel der Neustrukturierung des Asylwesen ist es, die Verfahren zu beschleunigen. 60 Prozent der Asylverfahren sollen in Bundeszentren abgeschlossen werden können.

sda

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