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SCHWYZ: Die weisse Gams vom «Grund» ist kein Albino

Im Gebiet Grund kann zurzeit eine weisse Gämse beobachtet werden. Die meisten denken bei solch weissen Tieren sofort an sogenannte Albinos. Doch das stimmt nicht immer.
Andreas Seeholzer
Am Freitag konnte die weisse Gams im Gebiet Grund bei Schwyz beobachtet werden. (Bild: Andreas Seeholzer)

Am Freitag konnte die weisse Gams im Gebiet Grund bei Schwyz beobachtet werden. (Bild: Andreas Seeholzer)

Ein weisses Fell allein macht ein Tier noch nicht zu einem Albino. «Echte Albinos weisen zusätzlich noch die typischen roten Augen auf, da die roten Blutgefässe der Netzhaut unverfärbt durch die Iris durchscheinen können», schreibt der Österreicher Stefan Resch vom Institut für Wildtierbiologie Apodemus in einem Fachartikel über weisse Gämsen. «Sind die Augen hingegen normal gefärbt, spricht man von dem in der Natur häufiger vorkommenden Leuzismus.»

Die Gämse im Gebiet Grund hat keine auffallend roten Augen und auch keine farblose Nase. Bei ihr handelt sich darum eher um eine Ausprägung von Leuzismus.

Gämse hat keine Mangelerscheinungen

Während beim Albinismus die Funktion der Pigmentzellen beeinträchtigt ist, sind beim Leuzismus gar keine Pigmentzellen vorhanden. Dies kann sowohl den gesamten Körper als auch nur Teilbereiche davon betreffen und führt zu weisser, fahler oder fleckiger Färbung von Haut und Haaren. Im Gegensatz zum Albinismus sind die Augen normal. Die weisse Gams im Grund dürfte damit auch kaum an den Mangelerscheinungen eines Albinos leiden. Bei Albinos beeinflusst der Melaninmangel die Entwicklung und Funktionsfähigkeit vieler Bereiche im Auge, was sich auf die Sehschärfe und die Tiefenwahrnehmung auswirkt.

Unter Jägern ist der Aberglaube verbreitet, dass es Unglück bringt, eine weisse Gams zu erlegen (siehe Kasten). Gesetzlich geschützt ist die Gams aufgrund ihrer Farbe aber nicht. Wenn sie im Herbst ein Kitz führt, darf sie nicht erlegt werden. Letztes Jahr war dies der Fall. Sie dürfte darum auch im kommenden Herbst wieder ein Junges haben – und damit für die Jäger unerreichbar bleiben. Die weisse Gams vom Grund wurde bereits 2016 gesichtet. Sie war damals bereits ausgewachsen. Aufgrund der Erscheinung des Tiers von damals und heute dürfte die Gams nun fünf Jahre alt sein.

Andreas Seeholzer

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

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