SCHWYZ: Edys gute Miene zum anstrengenden Dreh

Nach dem Dreh für die TV-Kuppelshow «Bauer, ledig, sucht ...» war Edy Birchler (46) erleichtert. Ein zweites Mal würde er nicht mehr mitmachen.

Andrea Schelbert
Drucken
Teilen
Gute Miene zum anstrengenden Spiel: Bauer Edy ist bei den TV-Zuschauern wegen seiner fröhlichen Art beliebt. Die Dreharbeiten empfand der Bauer allerdings als ziemlich mühsam. (Bild: PD)

Gute Miene zum anstrengenden Spiel: Bauer Edy ist bei den TV-Zuschauern wegen seiner fröhlichen Art beliebt. Die Dreharbeiten empfand der Bauer allerdings als ziemlich mühsam. (Bild: PD)

Es ist ein ungewöhnliches Gespräch: Edy Birchler, 46, Landwirt und Kandidat bei der aktuellen Staffel von «Bauer, ledig, sucht ...» auf dem Schweizer Privatsender 3 Plus, darf nur sehr wenige Fragen beantworten. Er muss für sich behalten, ob es zwischen ihm und seiner Hofdame Jeanette tatsächlich gefunkt hat. Er soll nicht erzählen, was in den nächsten Folgen noch alles zu sehen sein wird. Und er darf auch nicht bekannt geben, was ihn bei den Dreharbeiten gestört hat. «Ich bin bis zum Ende der Staffel vertraglich an eine Schweigepflicht gebunden», erklärt der Einsiedler Bauer, als wir mit ihm sprechen können.

Bauern an der kurzen Leine

Schon bei der ersten Kontaktaufnahme mit der Zürcher PR-Agentur, die für die Medienarbeit der Sendung zuständig ist, wird klar: Die Bauern werden an der kurzen Leine gehalten. Die Natelnummer von Bauer Edy kriegen wir nur, wenn wir zusichern, dass die Agentur sämtliche Zitate des Bauern vor Veröffentlichung gegenlesen kann. Alles muss abgesegnet werden. Es scheint, dass akribisch überwacht und kontrolliert wird, was die Bauern von ihrer Hofwoche preisgeben. Solche Situationen sind nicht neu: Zwei Jahre zuvor machte Bauer Hans Peter Schnüriger aus Sattel ähnliche Erfahrungen. Bei ihm wurde das TV-Experiment sogar frühzeitig abgebrochen. Die dritte Hofdame, die man Hans Peter versprochen hatte, ist nie in Sattel aufgetaucht. «Man hat mir vorgeworfen, dass ich zu viel mit den Medien geredet habe. Darum haben sie abgebrochen», erklärte der Schwyzer damals.

Meinungsverschiedenheiten

Auch Edy Birchler zeigt wenig Begeisterung für das Fernsehprojekt, das dem Privatsender Woche für Woche tolle Einschaltquoten beschert. Im Juni war ein vierköpfiges TV-Team bei ihm zu Gast. Acht Tage lang dauerten die Dreharbeiten, bei der laut Edy vieles inszeniert war und einige Szenen auch wiederholt gefilmt wurden. Er würde bei diesem Abenteuer nicht noch einmal mitmachen, sagt er heute. «Ich habe mich nach der Hofwoche auf meine Arbeit gefreut. Für mich war es eine Erleichterung, als es vorbei war», sagt er. An die Kamera habe er sich zwar schnell gewöhnt. Zwischen ihm und dem Filmteam habe es manchmal aber «Meinungsverschiedenheiten» gegeben.

Viel Arbeit liegen geblieben

Was genau passiert ist, will oder darf der Bauer nicht sagen. Nur eines: «Die Woche war anstrengend. Sie waren ständig hinter uns her. Jetzt weiss ich, wie solche Dreharbeiten ablaufen. Es war zumindest eine Lebenserfahrung», sagt der Einsiedler. Die vielen Arbeiten, die auf einem Bauernhof erledigt werden müssen, blieben wegen der aufwendigen Filmaufnahmen grösstenteils liegen. Aus diesem Grund half in jener Zeit auch der Bruder des TV-Kandidaten auf dem landwirtschaftlichen Betrieb mit. «Die Kühe habe ich jeden Morgen selber gemolken. Das Fernsehteam ist nicht so früh aufgestanden», sagt er und lächelt spitzbübisch. Während Edy jeden Tag um 6 Uhr früh aus den Federn hüpfte, wurde mit den Dreharbeiten jeweils gegen 10 Uhr begonnen. Es kam aber vor, dass man damit dann erst um 22 Uhr abends fertig war.

Zur Berühmtheit geworden

Der Bauer, der 28 Hektaren bewirtschaftet und für rund 60 Stück Vieh sorgt, erlebte jedoch auch interessante Situationen. «Ich bin jetzt weitherum bekannt. Ich werde unterwegs immer wieder angesprochen. Wildfremde Menschen fragen mich, wie es mir gehe. Zu Beginn war das komisch, doch mittlerweile stört es mich nicht mehr», berichtet er.

Immerhin: Sollte Amors Pfeil bei Edy und Jeanette nicht treffen, so würden jetzt wenigstens viele Frauen von der Existenz des gemütlichen und ruhigen Mannes wissen. Das ist sicherlich ein Vorteil, denn: «Ich bin ein zurückhaltender Typ. Ich gehe nicht auf die Frauen los», sagt er. Auch für Hofdame Jeanette, die für die Sendung vorübergehend bei Edy einzog, war es schwierig, Edy aus der Reserve zu holen. «Ich überstürze in Liebesangelegenheiten nichts. Ich nehme mir Zeit, um eine Beziehung aufzubauen», erklärt der 46-Jährige.

Ob Hofdame Jeanette das Herz des Schwyzers tatsächlich erobern konnte, bleibt vorerst also offen. Wie es weitergeht, sieht man in den kommenden Wochen – am Fernsehen.

HINWEIS

«Bauer, ledig, sucht ...» läuft jeweils am Donnerstag um 20.15 Uhr auf 3 Plus (Wiederholung jeweils sonntags, 20.15 Uhr).