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SCHWYZ: Ein Katalog an Strafen

Ein 23-Jähriger muss sich unter anderem wegen sexueller Belästigung vor Gericht verantworten. Die Anklageschrift ist lang.
Das Schwyzer Strafgericht blieb unter dem geforderten Strafmass der Staatsanwaltschaft. (Symbolbild)

Das Schwyzer Strafgericht blieb unter dem geforderten Strafmass der Staatsanwaltschaft. (Symbolbild)

Der inzwischen 23-jährige Mann aus Bosnien-Herzegowina entschuldigte sich gestern vor dem Schwyzer Strafgericht zuerst für sein Nichterscheinen am ersten Gerichtstermin. Sein Fernbleiben habe mit einem Streit zu tun gehabt, den er nur vor Ort habe schlichten können. Überstürzt sei er in sein Heimatland gefahren und habe so den Termin in Schwyz verschwitzt.

Anwesend im Gerichtssaal waren auch einige der Opfer, denn der Beschuldigte ist der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern, der mehrfachen sexuellen Nötigung und der mehrfachen sexuellen Belästigung angeklagt. Dazu kommen zahlreiche weitere Delikte: Beschimpfungen, mehrfache Nötigung, mehrfacher geringfügiger Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung, vorsätzliche einfache Körperverletzung, Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Vergehen gegen das Waffengesetz. So lang die Anklageschrift mit insgesamt elf Dossiers ist, so lang waren in der Befragung die Ausführungen des Angeklagten zu den einzelnen Punkten.

Angeklagter weist Vorwürfe teilweise von sich

Einige der Dossiers anerkannte der Angeklagte: dass er eine Soft-air-Faustfeuerwaffe in die Schweiz eingeführt hatte, dass er aus Geldnot Münzkästen in der Waschküche aufgebrochen hatte, so auch sein «Versehen» mit einem Billardqueue, mit dem er einen Mann am Hinterkopf verletzte, und den Geschlechtsverkehr mit einer unter 16-Jährigen, von der er nach eigenen Angaben annahm, sie sei über 16 Jahre alt. Andere Dossiers anerkannte der Angeklagte teilweise, andere stritt er wie schon in der dreimonatigen U-Haft ganz ab. Er beharrt darauf, dass diese Geschichten nicht stimmen. «Er kann nichts zugeben, das er nicht gemacht hat», so sein Pflichtverteidiger. Laut Anklageschrift geht es um das Begrabschen und mehr an minderjährigen Frauen, die jüngste erst 13 Jahre alt.

Der Staatsanwalt wies darauf hin, dass fünf Frauen, die sich nicht kennen, in der Detailbefragung mehr oder weniger dasselbe ausgesagt hätten. «Ein Nein ist ein Nein, und das gilt es zu akzeptieren.» Der Mann ging die Frauen via Whatsapp an, er traf sich mit ihnen, erzählte, was diese sexuell mit ihm gemacht hätten, und drohte ihnen danach.

Am Schluss der fast vierstündigen Verhandlung sagte der Angeklagte, auch im Hinblick auf seine per SMS und Whatsapp versandten Drohungen: «Es tut mir leid, dass ich so frech zu den Frauen war.» Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Freiheitsstrafe von 48 Monaten und eine Busse von 200 Franken unbedingt. Der Verteidiger verlangte in einigen Punkten Freispruch und in den anderen Punkten eine Strafe von 230 Tagessätzen zu einer angemessenen Höhe und eine Busse von 100 Franken mit einer Probezeit von drei Jahren.

Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Das Urteil steht noch aus.

Silvia Camenzind

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

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