SCHWYZ: Ein neuer Platz für eine mittelalterliche Stube

Die «schwarze Stube» aus dem Jahr 1311 war 2013 bei Abbrucharberiten gerettet worden. Jetzt wird die in Einzelteile zerlegte Zeitzeuge früherer Wohnkultur wieder aufgebaut und öffentlich zugänglich.

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Die «Schwarze Stube» aus dem Schwyzer Dorfbach vor der Demontage. (Bild: Kant. Denkmalpflege Schwyz/G. Sidler)

Die «Schwarze Stube» aus dem Schwyzer Dorfbach vor der Demontage. (Bild: Kant. Denkmalpflege Schwyz/G. Sidler)

Der Abbruch von acht Häusern im Dorfbachquartier in Schwyz im Jahr 2013 war umstritten: Der Heimatschutz versuchte wiederholt, zwei der Häuser zu erhalten. Denn man hatte im Kern mittelalterlichen Bauten entdeckt. Der Abbruch konnte zwar nicht verhindert werden, doch dank einem Beitrag aus dem Lotteriefonds wurden kunsthistorisch bedeutende Bauteile ausgebaut und in einem Depot in Goldau eingelagert.

Schwarze Stube mit Wandmalereien

Dokumentiert wurden drei Bauten aus der Zeit um 1300. Im Haus Gütschweg 11 trat im Laufe der Dokumentationsarbeiten eine mittelalterliche Stube zutage, die dendrochronologisch ins Jahr 1311 datiert werden konnte. Die Wände dieser ursprünglich schwarz gefassten Stube erhielten rund zweihundert Jahre später um 1530 eine Wandmalerei mit floralen und figürlichen Darstellungen, unter anderem einer Kreuzigungsszene. Bis auf die Fensterseite waren sämtliche Wände, Boden und Decke aus dem Mittelalter erhalten.

Die mittelalterliche Stube passe ideal ins Ausstellungskonzept des Forums Schweizer Geschichte in Schwyz, schreibt das Schwyzer Amt für Kultur in einer Medienmitteilung. Dort wird sie deshalb auf den Einzelteilen wieder zusammengefügt. Die Kosten für die museale Aufbereitung und Präsentation, rund 75'000 Franken, werden durch den Lotteriefonds des Kantons Schwyz getragen. Im Forum Schweizer Geschichte wird der integral erhaltene Raum als «Schwarze Stube» einen Einblick in die Wohnsituation um 1300 vermitteln. Der Zeitplan sieht vor, die Stube Ende Jahr der Öffentlichkeit an ihrem neuen Standort zu präsentieren.

pd/cv