SCHWYZ: Ein Schwyzer beisst sich durch

Tino Hurni bestreitet zum ersten Mal den Swiss Olympic Gigathlon. Er ist der jüngste Athlet bei jenen, die die ganze Woche alleine absolvieren. Und überrascht.

Irene Infanger Irene Infanger
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Tino Hurni auf seiner «Trainingsstrecke» nach Brunnen am dritten Gigathlon-Tag. (Bild Andreas Reichmuth)

Tino Hurni auf seiner «Trainingsstrecke» nach Brunnen am dritten Gigathlon-Tag. (Bild Andreas Reichmuth)

Entspannt sitzt Tino Hurni auf einem Campingstuhl. Die Beine sind hochgelagert. Der Schwyzer zeigt sich gut gelaunt und gesprächig, ob mit dem Fotografen des Swiss Olympic Gigathlon oder mit vorbeilaufenden Athleten. Um ihn herum auf dem Flugplatz in Buochs weibeln dafür seine Helfer und Betreuer. Sie packen, bringen das Velo auf Vordermann, holen Essen und Trinken für den Athleten und treffen weitere Vorbereitungen für den nächsten Etappentag. Es ist Mittwochabend, und der 22-jährige Tino Hurni ist nach einem gut elfstündigen Wettkampftag – dem dritten von insgesamt sechs – ins Lager zurückgekehrt. Am Ende als drittschnellster Läufer bei den Herren Single. «Ich fühle mich tipptopp. Ich bin froh, schon im Ziel zu sein», erklärt der Schwyzer Gigathlet nach 202 Kilometern und 4850 absolvierten Höhenmetern durch die Innerschweiz. Nun könne er sich in Ruhe hinsetzen, etwas essen, sich massieren lassen und früh ins Bett gehen, damit er für die nächste Etappe nach Bern wieder fit sei.

Unter den Top 10

Andere Athleten kämpfen sich während dieser Zeit nach wie vor mit dem Bike oder zu Fuss bis zum Ziel nach Ennetbürgen. Hurni hingegen gehört nach dem dritten Wettkampftag zu den zehn besten Männern, die alle sechs Tage alleine bestreiten. «Mein Ziel ist durchzuhalten. Ich bin erstaunt, dass es mir so gut läuft.» Doch der Schwyzer, der zum ersten Mal beim Gigathlon mitmacht, weiss, dass noch viel passieren kann. «Abgerechnet wird erst am Samstag.»

Ein Heimrennen

«Gestern hat der Wettkampf sehr viel Spass gemacht», sagt Hurni am Mittwoch. Die Wettkampfstrecke via Haggen­egg nach Brunnen kennt Tino Hurni in- und auswendig, schliesslich ist es seine Trainingsstrecke. Und natürlich wurde der Einheimische von seinen Freunden und Bekannten angefeuert, egal ob in Brunnen, Morschach oder gar auf dem Stoos. Zuvor, auf der Abfahrt vom Sustenpass, hatte der Gigathlet etwas Pech, als sein Rennvelo einen Platten erlitt. Und auch wenn er nach gut drei Minuten wieder auf dem Sattel sass, den Anschluss an den Führungstöff mitsamt einigen Spitzenathleten konnte er nicht mehr herstellen.

Dem jüngsten Single-Athlet am diesjährigen Gigathlon kam die Idee für die Teilnahme letztes Jahr an einem 24-Stunden-Bikerennen. Sechs Tage in der Einzelkategorie. «Wennschon, dennschon», sagte sich der 22-Jährige, der künftig Sport studieren möchte. Bereut scheint er seinen Entscheid nicht zu haben. Mittlerweile kennen ihn schon einige Athleten, vor allem, weil er mit Abstand der Jüngste ist. «Wow, eine richtige Maschine», so etwa ein neidvoller Zuspruch eines Athleten. Etwas Mühe bereitet Hurni das Frühaufstehen – Tagwache ist zwischen 4.30 und 5 Uhr. «Das Aufstehen macht mir fast am meisten Sorgen», so Hurni lachend.

Hinweis

Weitere Infos zum Gigathlon und die aktuellen Resultate sind zu finden unter www.gigathlon.ch