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SCHWYZ: Grosse Liebe für die kleine Schiene

Seit Generationen werkelt Jung und Alt an Modelleisenbahnen. Bei diesem Hobby ist der Weg das Ziel. Willy Auf der Maur frönt ihm seit über vierzig Jahren.
Stephanie Zemp
Das echte Leben – in Miniaturgrösse: Szenen aus der Modelleisenbahnausstellung des Eisenbahn-Amateurclubs Schwyz. (Bilder: Dominik Wunderli (Ibach, 9. Dezember 2017))

Das echte Leben – in Miniaturgrösse: Szenen aus der Modelleisenbahnausstellung des Eisenbahn-Amateurclubs Schwyz. (Bilder: Dominik Wunderli (Ibach, 9. Dezember 2017))

Stephanie Zemp

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Während draussen ein Schneesturm über den Talkessel fegt, ­tuckern im Verenasaal im schwyzerischen Ibach gemächlich Miniaturzüge durch grüne Modelllandschaften. Sie fahren vorbei an erleuchteten Häuschen, schaukelnden Kindern und bemalten Gipsbergen.

Wer genau hinguckt, erkennt viele weitere spannende Details: Ein Polizist kontrolliert ein Auto, Wanderer baden in einem See aus durchsichtigem Leim, daneben hebt ein Bagger ein Klafter Streichhölzchen vom Boden auf. In einer Miniatur-Gartenbeiz werden die Gläser gehoben, während anderenorts ein grausiger Unfall mit Todesfolge stattgefunden hat. «Einige Modellbauer begeistern sich mehr für die Umgebung als für die Züge», erklärt Willy Auf der Maur. Er ist Präsident des Eisenbahn-Amateurclubs Schwyz (EAS), der dieses Wochenende seine Anlagen öffentlich vorzeigt. Der Zufall will es, dass der Verein im selben Jahr gegründet wurde, in dem Auf der Maur geboren ist: 1961. Seit vierzig Jahren ist Auf der Maur Mitglied. Die Faszination für sein Hobby hegt der Seebner seit klein auf: «Ich bin als Kind wahrscheinlich mehr am Bahnhof gestanden und habe den Zügen nachgeschaut, als ich in der Schule war», sagt er mit einem Lachen.

Bahnhofperron statt Schulbank

Gemeinsam mit seinen Kameraden bastelt Auf der Maur mindestens einmal pro Woche im Vereinslokal in Aufiberg. In den Räumlichkeiten des stillgelegten Schulhauses werkeln er und seine Kollegen monatelang an derselben Installation. «Schlimm ist, wenn eine Anlage fertig gebaut ist», erzählt er ohne Ironie in der Stimme. Und fügt sogleich hinzu: «Ganz fertig ist man aber eigentlich nie.» Die Züge zum Fahren zu bringen, ist nur ein Teil dieser intensiven Freizeitbeschäftigung. Viel Aufmerksamkeit wird der Landschaftsgestaltung gewidmet. Die Inspiration dazu holen sich die Eisenbahnfans in der Wirklichkeit. «Oft fahre ich mit dem Zug irgendwo hin und fotografiere», berichtet Auf der Maur. Ab und an zieht es ihn und seine Mitstreiter auch ins ferne Ausland. «Einer von uns war sogar mal in Nordkorea», erzählt Auf der Maur mit einer gewissen Ehrfurcht in der Stimme.

In den letzten Jahrzehnten hat sich einiges verändert im Modelleisenbahnbau. «Die Technik erlaubt heute viel kleinere Anfertigungen», erklärt der gelernte Elektromechaniker. Und auch die Preise sind gesunken. Dennoch sei es nach wie vor nicht nur ein raumfüllendes, sondern auch ein teures Hobby: Allein eine Lokomotive kostet 400 bis 800 Franken. Alle paar Jahre organisiert der EAS öffentliche Ausstellungen. Dies dient nicht nur der Nachwuchsförderung, sondern bringt mit Kaffeestube und Tombola auch Geld ein.

www.

Mehr Bilder von der Modelleisenbahnausstellung finden Sie unter: luzernerzeitung.ch/bilder

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