SCHWYZ: IPCO: Drahtzieher zu sieben Jahren verurteilt

Im Prozess um den 125-Millionen-Franken-Betrug der IPCO Investment AG hat das Strafgericht die Rolle der drei Beschuldigten differenziert beurteilt. Gegen den Drahtzieher verhängte es eine siebenjährige Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe.

Rem/sda
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IPCO: So funktionierte die Firma. (Bild: Neue LZ)

IPCO: So funktionierte die Firma. (Bild: Neue LZ)

Das Gericht folgte damit den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte einen Freispruch verlangt. Der 42-jährige Hauptverdächtige, der dem Prozess fernblieb und sich nach Dubai absetzte, ist laut Begründung des Strafgerichts «zweifelsfrei der Drahtzieher des Devisenhandelsbetruges». Er wird des gewerbsmässigen Betrugs, der banden- und gewerbsmässigen Geldwäscherei sowie der Anstiftung zu mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Steuerbetrug schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung wurde der 42-Jährige freigesprochen. Der Drahtzieher wird mit einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und einer Geldstrafe bestraft. Die Zivilforderungen werden grossmehrheitlich gutgeheissen und die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte zu Gunsten der Geschädigten eingezogen.

Mitangeklagte: Untergeordnete Rolle

Den beiden weiteren Angeklagten, einem 44-jährigen Vermögensverwalter sowie einer 40-jährigen kaufmännischen Angestellten, kommt laut Begründung des Gerichts eine deutlich ungeordnete Rolle zu: Der Vermögensverwalter wird mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten und einer Geldstrafe bestraft. Das Strafmass entspricht dem Antrag der Staatsanwaltes.

Bei der beschuldigten Frau konnte nach Ansicht des Gerichtes kein vorsätzliches Handeln mit genügender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. Sie wurde deshalb vom Hauptvorwurf des Betruges freigesprochen und nur für ungetreue Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Steuerbetrug zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte für sie 18 Monate bedingt gefordert.

Die IPCO mit Sitz in Pfäffikon hat von 1997 bis 2004 von 650 Kunden, darunter Victorinox, 125 Millionen Franken angenommen, um sie in Devisengeschäfte zu investieren. Die Verteidiger hatten für ihre Mandanten Freisprüche verlangt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann weitergezogen werden.

Der Prozess gegen IPCO fand im Rathaus Schwyz statt. (Bild: Archiv Neue SZ)

Der Prozess gegen IPCO fand im Rathaus Schwyz statt. (Bild: Archiv Neue SZ)