SCHWYZ: Kanton Schwyz ist ungenügend versichert

Der Kanton Schwyz hat bei Risiken ab 10 Millionen Franken und im Katastrophenfall eine ungenügende Versicherungsdeckung. Zu diesem Schluss kommt die Finanzkontrolle des Kantons. Sie fordert unter anderem die Staatsgarantie für die Kantonalbank einzuschränken.

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Grosse Schadenereigmisse, wie hier das Unwetter im August 2005, können den Finanzhaushalt des Kantons Schwyz substanziell schädigen. (Bild: Archiv Neue SZ)

Grosse Schadenereigmisse, wie hier das Unwetter im August 2005, können den Finanzhaushalt des Kantons Schwyz substanziell schädigen. (Bild: Archiv Neue SZ)

Die grössten finanziellen Risiken, denen der Kanton Schwyz ausgesetzt ist, seien nicht versichert, respektive die Haftung sei nicht beschränkt. Daneben seien die Haftpflichtversicherungen für Personen- und Sachschäden stark eingeschränkt. Dies schreibt die kantonale Finanzkontrolle in ihrem am Dienstag publizierten Tätigkeitsbericht 2012.

Konkret geht es um finanzielle Risiken von 10 Millionen Franken bis zu Katastrophen, deren Risiken 1 Milliarde Franken übersteigen. Im Schadenfall könnten diese Risiken den Finanzhaushalt des Kantons substanziell schädigen, heisst es weiter.

Die Finanzkontrolle empfiehlt der Regierung rasch Massnahmen zu treffen. Unter anderem seien Katastrophen- und Grossrisiken zwingend an Risikoträger zu überwälzen. Zudem schlägt die Finanzkontrolle vor, die Haftung für die unbeschränkte Staatsgarantie für die Schwyzer Kantonalbank entsprechend zu versichern oder einzuschränken.

Das Schwyzer Finanzdepartement stellte gemäss Finanzkontrolle bereits Massnahmen in Aussicht. Welche genau, dazu machte der Bericht keine Angaben.

Neben den Versicherungen empfiehlt die Finanzkontrolle der Regierung, eine professionelle Anlagestrategie für die verfügbaren Gelder des Kantons zu formulieren. Schwyz verfüge über 500 Millionen Franken freie Gelder. Dafür gebe es weder Weisungen noch eine formell genehmigte Anlagestrategie, schreibt das Aufsichtsgremium.

In der Praxis lege die Finanzverwaltung einen Teil der verfügbaren Mittel in Festgeldern an. Ohne Anlagestrategie bestehe die Gefahr, dass erhöhte Risiken eingegangen und das Ertragspotenzial nicht ausreichend ausgeschöpft würden.

Die Schwyzer Finanzkontrolle hat die finanzielle Aufsicht über die Verwaltung, den Regierungsrat und die Gerichte. Sie wurde im vergangenen Jahr neu geregelt und publiziert nun jährlich einen Tätigkeitsbericht. Die Staatsrechnung hingegen wird von einer externen Revisionsgesellschaft geprüft.

(sda)