SCHWYZ: Kanton Schwyz mit fast 95 Millionen Defizit

Die Rechnung 2012 des Kantons Schwyz schliesst mit einem Defizit von 94,8 Millionen Franken. Das sind 1,9 Millionen mehr als budgetiert. Die Einnahmen bei Einkommens- und Vermögenssteuern verfehlten das Budget aber um ganze 56 Millionen Franken.

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Regierungsrat Kaspar Michel, der Vorsteher des Schwyzer Finanzdepartements (rechts) und Werner Landtwing, Leiter der Finanzverwaltung. (Bild: Erhard Gick / Neue SZ)

Regierungsrat Kaspar Michel, der Vorsteher des Schwyzer Finanzdepartements (rechts) und Werner Landtwing, Leiter der Finanzverwaltung. (Bild: Erhard Gick / Neue SZ)

Bei einem Aufwand von 1,285 Milliarden Franken und einem Ertrag von 1,190 Milliarden Franken schliesst die Staatsrechnung 2012 des Kantons Schwyz mit einem Aufwandüberschuss von 94,8 Millionen. Dies ist um 1,9 Millionen Franken beziehungsweise 2 Prozent schlechter als budgetiert. Der Kanton investierte netto 55,3 Millionen Franken. Das Eigenkapital sinkt um den Aufwandüberschuss auf 419,3 Millionen Franken.

Weniger Steuereinnahmen als erwartet

Das budgetierte Wachstum an Einkommens- und Vermögenssteuern traf um 56 Millionen Franken nicht ein. In der Steuerprognose wurden einmalige Effekte aus dem Vorjahr laut Mitteilung des Finanzdepartements zu stark gewichtet.

Dieser massive Minderertrag konnte unter anderem durch höhere Steuererträge bei den Grundstückgewinnsteuern (plus 27 Millionen), Lotteriegewinnsteuern (plus 19 Millionen) und Nachträgen aus den Vorjahren (plus 8 Millionen) kompensiert werden. Zudem schüttete die Schweizerische Nationalbank entgegen den Befürchtungen einen Gewinn aus. Der Kanton Schwyz profitierte davon mit 12 Millionen Franken Mehrerträgen.

Weniger Sachaufwand

Die geplanten Ausgaben für den Sachaufwand konnten um 6.6 Millionen Franken unterschritten werden. So mussten beispielsweise über 3 Millionen Franken weniger für den baulichen Unterhalt, für Projekte sowie für EDV-Erneuerungen aufgewendet werden.

Das hohe Aufwandwachstum bei den eigenen Beiträgen werde hauptsächlich durch gebundene Ausgaben verursacht (Prämienverbilligungen, Ergänzungsleistungen, etc.).

Mehrerträgen in Steuerteilbereichen

Der Regierungsrat hat Anfang dieses Jahres einen Aufgaben- und Verzichtsplan initialisiert. Dabei würden sämtliche Aufgaben und Leistungen kritisch geprüft und beurteilt. Die Einnahmeseite werde ebenfalls optimiert.

Mittels einer Steuergesetz-Teilrevision sollen die Möglichkeiten von Mehrerträgen in Steuerteilbereichen ausgelotet beziehungsweise ausgeschöpft werden.

pd/bep