SCHWYZ: Kantonalkirche soll erstmals Verfassung erhalten

Im Kanton Schwyz soll die seit 1992 grundsätzlich anerkannte römisch-katholische Kantonalkirche endlich eine Verfassung erhalten. Mit dieser sollen gleichzeitig gegenüber dem bisherigen Organisationsstatut die Hürden für Initiativen und Referenden gesenkt werden.

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Im Kanton Schwyz wurde 1992 mit Änderung der Kantonsverfassung die Schaffung von Kantonalkirchen ermöglicht. 1999 nahm die römisch-katholische Kantonalkirche Schwyz ihre Tätigkeit auf. Weil sich die Katholiken nicht auf eine Grundordnung hatten einigen können, erliess der Kantonsrat ein Organisationsstatut.

Die provisorische Grundordnung soll nun durch eine Verfassung ersetzt werden. Die Stimmbürger der Kantonalkirche stimmten einer entsprechenden Vorlage im Juni 2015 mit 64,9 Prozent Ja-Stimmen zu.

Der Schwyzer Regierungsrat beantragt dem Kantonsparlament, die Verfassung ebenfalls zu genehmigen. Sie widerspreche weder dem kantonalen Recht noch dem Bundesrecht, teile der Regierungsrat am Donnerstag mit.

Die Verfassung bildet die Grundlage für die Organisation und Finanzierung der Kantonalkirche und der Kirchgemeinden im Kanton Schwyz. Sie entspricht weitgehend dem bisher geltenden Organisationsstatut. Allerdings sollen die Hürden für Initiativen und Referenden sinken.

Die Zahl der notwendigen Unterschriften für Referenden gegen Beschlüsse des Kantonskirchenrates oder Initiativen soll von bisher 1000 auf 700 reduziert werden. Ein Referendum können auch fünf Kirchgemeinden gemeinsam ergreifen.

Neu wird zudem den Kirchgemeinden das Wahlrecht auf die Personen mit Gemeindeleiterfunktion ausgedehnt. Darunter fallen etwa Diakone sowie Pastoralassistentinnen und -assistenten. Damit soll die Position der Seelsorgenden in den Gemeinden gestärkt werden.

Der Schwyzer Kantonsrat wird im Herbst über die Vorlage beraten. In Kraft treten soll die Verfassung Anfang 2016. (sda)