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SCHWYZ: Keine umfassende Studie zu Pflegekindern

Der Kanton Schwyz arbeitet nicht auf, wie die Behörden in der Vergangenheit mit Pflegekindern umgegangen sind. Eine solche Studie wäre sehr aufwendig und würde wohl nur lückenhafte Ergeb­nisse liefern, schreibt der Regierungsrat zu einer Interpellation.

Mehrere Mitglieder des Kantonsrates wollten vom Regierungsrat wissen, was über das Schicksal von Pflegekindern, Verdingkindern und Fahrenden bekannt sei, die im 20. Jahrhundert im Kanton Schwyz gelebt haben, und ob allenfalls eine Studie in Auftrag zu geben sei.

Die Interpellanten nahmen dabei Bezug auf den Kanton Luzern, der die Geschichte seiner Heimkinder aufgearbeitet hat. Auch das im Kanton Schwyz ansässige Kloster Ingenbohl, das in der Kinderbetreuung tätig war, setzte eine Expertengruppe ein.

Um die Interpellation beantworten zu können, liess der Regierungsrat den aktuellen Forschungsstand vom Historiker Christian Winkler aufarbeiten. Dieser kommt zum Schluss, dass im Kanton Schwyz keine einheitliche Geschichte der fürsorgerischen Massnahmen dokumentiert werden könne.

Im Kanton Schwyz gab es, anders als in Luzern, keine kantonale Einrichtung. Zahlen, die Aufschluss über den Umfang und die Art von fremdplatzierten Kindern geben würden, lägen nicht vor, heisst es in Winklers Bericht. Winkler geht davon aus, dass die meisten Kindern bei Verwandten oder im kommunalen Armenhaus versorgt wurden, oder allenfalls in spezialisierten ausserkantonalen Anstalten.

Der Regierungsrat geht davon aus, dass für die Erforschung des Themas ein umfangreiches Aktienstudium in den Gemeindearchiven und im Staatsarchiv sowie in weiteren Archiven nötig wäre. Die Aktenlage sei dabei lückenhaft, die Überlieferung teilweise zufällig. Die Aufarbeitung der Geschichte der fürsorgerischen Massnahmen im Kanton Schwyz würde fragmentarisch bleiben.

Der Regierungsrat kommt zum Schluss, dass den Betroffenen eine langwierige und gründliche Aufarbeitung wenig helfen dürfte. Von Zwangsmassnahmen betroffene Menschen möchten in erster Linie wissen, ob es über sie Akten gebe. Dazu genüge der Bericht von Winkler, da dieser aufzeige, wie Betroffene Auskunft erhalten könnten. (sda)

HINWEIS
Situation der Pflegekinder und Fahrenden: Forschungsstand und Aktenlage im Kanton Schwyz

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