SCHWYZ: Kritik an ÖV-Strategie von allen Seiten

Die Strategie für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Kanton Schwyz hat der Regierung im Parlament Kritik von allen Seiten eingebracht. Der Kantonsrat forderte er eine Gesamtverkehrsschau.

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Das Bahnangebot im Kanton Schwyz, im Bild der Voralpen-Express, soll ausgebaut werden . (Bild: PD)

Das Bahnangebot im Kanton Schwyz, im Bild der Voralpen-Express, soll ausgebaut werden . (Bild: PD)

Der Kantonsrat erklärte mit 47 zu 39 Stimmen eine Motion von SVP und FDP für erheblich. Diese verlangt vom Regierungsrat die Ausarbeitung einer Gesamtverkehrsstrategie. Die Motionäre erklärten, eine solche sei bis 2030 nötig, denn es gehe immerhin um geplante Verkehrsausgaben in Milliardenhöhe.

Der Regierungsrat dagegen sagte, dass es für die mittel- und langfristige Verkehrsplanung bereits geeignete Instrumente gebe, etwa den kantonalen Richtplan, den Bericht „Wirtschaft und Wohnen“ und neu die öV-Strategie 2030.

SP/Grüne unterstützten den Vorstoss. Die CVP stellte sich auf die Seite der Regierung.

Kritik an fehlenden Kostenangaben

Zuvor hatte das Parlament die öV-Strategie 2030 beraten. In dem Strategiepapier beschreibt der Schwyzer Regierungsrat, wie die Mobilitätsbedürfnisse der stark wachsenden Bevölkerung im öffentlichen Verkehr aufgefangen werden sollen. Er will dort investieren, wo die Verkehrsströme zunehmen, gleichzeitig aber ein Grundangebot für alle Gemeinden erhalten.

SVP und FDP nahmen das Strategiepapier der Regierung ohne Zustimmung zur Kenntnis. Beide kritisierten insbesondere, dass der finanzielle Bedarf für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs nicht konkretisiert werde.

Zudem bemängelten SVP und FDP, dass eine Betrachtung des Gesamtverkehrs fehle. Erst bei einer Mitberücksichtigung des motorisierten Individualverkehrs und des Langsamverkehrs könnten die richtigen Schwerpunkte gesetzt werden, hiess es im Parlament. Das Papier der Regierung sei eine Teilstrategie mit einigen unrealistischen Wünschen.

Die SP/Grüne-Fraktion kritisierte das Planungspapier, weil es enttäuschend allgemein und unverbindlich ausgefallen sei. Immerhin enthalte es Grundlagen, die für den Ausbau des öV-Angebots nützlich sein könnten.

Viertelstundentakt nach Zürich

Auch die CVP äusserte Kritik, weil es im Bericht zu wenig konkrete Aussagen gebe. Sie nahm aber - wie die linke Ratsseite - die öV-Strategie zustimmend zur Kenntnis.

Gemäss dem Regierungsrat haben folgende Regionen das grösste Wachstumspotenzial im öffentlichen Verkehr: der Binnenverkehr in den Bezirken March und Schwyz sowie der Verkehr aus den Bezirken Schwyz, Küssnacht und Gersau in Richtung Zug.

In Ausserschwyz soll auf die Bahnknoten Pfäffikon und Siebnen-Wangen gesetzt werden, die viertelstündliche schnelle Bahnverbindungen nach Zürich anbieten sollen. Und von den grossen Bahnhöfen in Innerschwyz sollen mindestens halbstündlich Verbindungen in Richtung Zug und Zürich verkehren. Mit dem Ausbau des Bahnangebots soll schliesslich auch das Busangebot verbessert werden. (sda)