SCHWYZ: Kulturpreis geht an Graziella Contratto

Die Kulturstiftung verleiht den Innerschweizer Kulturpreis an Graziella Contratto (49) aus Schwyz. Damit würdigt der Stiftungsrat eine herausragende Persönlichkeit, die als Musikerin, Dirigentin und Kulturvermittlerin das musikalische Schaffen in der Zentralschweiz mitprägt.

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Gewinnt den Innerschweizer Kulturpreis 2015: Graziella Contratto. (Bild: PD / Priska Ketterer)

Gewinnt den Innerschweizer Kulturpreis 2015: Graziella Contratto. (Bild: PD / Priska Ketterer)

Der Stiftungsrat der Innerschweizer Kulturstiftung, bestehend aus den Bildungs- und Kulturdirektoren der Zentralschweizer Kantone, zeichnet Graziella Contratto mit dem Innerschweizer Kulturpreis 2015 aus. Dieser ist mit 25'000 Franken dotiert.

Die Preisträgerin stammt aus Schwyz und bildete sich nach der Matura am Theresianum Ingenbohl an den Konservatorien Luzern, Winterthur und Zürich in Klavier und Musiktheorie aus. Anschliessend absolvierte sie eine internationale Kapellmeisterausbildung an der Musikakademie Basel.

Bereits in jungen Jahren hat Graziella Contratto als Konzertpianistin, Kammermusikerin und Dozentin nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht. Nach ihrer Assistenz bei den Berliner Philharmonikern leitete sie als erste Frau das staatlich geförderte französische «Orchestre des Pays de Savoie» zwischen 2003 und 2009. Verschiedene Gastdirigate führten sie zudem in zahlreiche europäische Länder und in die USA. Ausserdem arbeitete sie bereits mit den meisten Schweizer Sinfonieorchestern zusammen.

Seit 2010 leitet Graziella Contratto den Fachbereich Musik der Hochschule der Künste Bern. Als künstlerische Beraterin unterstützt sie den «Musiksommer am Zürichsee» aktiv und prägte als Intendantin des «Davos Festival – young artists in concert» zwischen 2007 und 2013 die Nachwuchsförderung auf internationalem Niveau. Die Realisierung verschiedener Projekte in Verbindung mit Tanz, Literatur und Clownerie, welche sie wann immer möglich auch in ihrem Heimatort Schwyz aufführt, ist Ausdruck für ihr Anliegen, die klassische Musik auf eine innovative Art zu vermitteln.

Eine speziell für Schwyz konzipierte Tango-Oper (2002), eine Sommernachts-Choreografie für Menschen mit einer Behinderung (2004), Gedenkkonzerte zu Ehren von Artur Schnabel (2009 und 2011) oder – geplant für den kommenden Sommer – ein Sinfoniekonzert auf der Seerosenbühne mitten im Vierwaldstättersee: Ihren engen Bezug zur Zentralschweiz hat Graziella Contratto trotz der internationalen Karriere nie verloren.

Die feierliche Übergabe des Innerschweizer Kulturpreises findet am Samstag, 12. September 2015, im Kanton Schwyz statt.

Die Preisträger seit 2003

2003 Daniele Marques, Andi Scheitlin, Marc Syfrig, alle Luzern

Die Innerschweizer Kulturstiftung ehrt sie als herausragende Vertreter der zeitgenössischen Architektur, welche mit ihrem konsequenten und kreativen Schaffen überregionale Anerkennung finden und entscheidend zum baukulturellen Profil der Region Zentralschweiz beitragen.

2004 Josef Maria Odermatt, Stans

Die Innerschweizer Kulturstiftung ehrt ihn als eigenständigen Eisenplastiker, der sein ganzes Leben lang dem Material treu geblieben ist. In seiner Kargheit und Wortferne, in seinem widerständischen Gestus erscheint das Oeuvre Odermatts als charakteristisch für die Zentralschweiz und wirkt doch weit darüber hinaus. Odermatt wurde fast von Anfang an als in die ganze Schweiz ausstrahlender Plastiker wahrgenommen.

2005 Martin Stadler, Uri

Die Innerschweizer Kulturstiftung ehrt Martin Stadler für sein markantes literarisches Schaffen. Sein Werk zeichnet sich aus durch eine gründliche und kritische Auseinandersetzung mit der humanistischen und der ländlich-katholischen Tradition. Seit Jahrzehnten gehört er zu den wichtigsten Exponenten des innerschweizerischen Literaturschaffens.

2006 Guido Baselgia, Baar/Zug

Die Innerscheizer Kulturstiftung würdigt sein herausragendes fotografisches Schaffen, das über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung findet. Er erkundet mit seinen Fotografien kontinuierlich die Natur und zeigt in seinen Bildern die Textur und Struktur von Landschaften. Er unterwandert gekonnt die Konventionen des Landschaftsbildes und erzielt durch das Weglassen üblicher optischer Orientierungshilfen überraschende Raumwirkungen.

2007 Werner Oechslin, Einsiedeln/Schwyz

Die Innerschweizer Kulturstiftung würdigt mit dieser Preisvergabe die herausragende kunst- und architekturhistorische Lehr-, Forschungs- und Publikationstätigkeit von Werner Oechslin sowie insbesondere die grossen Verdienste um seine einzigartige geistesgeschichtliche Quellensammlung und die Errichtung der Bibliothek in Einsiedeln als ganz speziellen, wertvollen Ort der Kultur in der Zentralschweiz.

2008 Pirmin Meier, Rickenbach/Luzern

Die Innerschweizer Kulturstiftung würdigt damit sein herausragendes Schaffen als historiographischer Schriftsteller. Sein Werk erlaubt einen neuartigen Zugang zu historischen Persönlichkeiten und Ereignissen und damit auch zu einem (vielleicht vergessenen oder verdrängten) Teil der Geschichte, grossteils auch der Zentralschweizer Geschichte.

2009 Martin Wallimann, Alpnach

Die Innerschweizer Kulturstiftung würdigt damit sein herausragendes Schaffen als Verleger, Kunstdrucker und Initiant verschiedener Kulturprojekte. Martin Wallimann prägt seit 25 Jahren mit grosser Hingabe, Kontinuität und qualitätsvollen künstlerischen Beiträgen das kulturelle Leben der Zentralschweiz wesentlich mit.

2010 Annette Windlin, Luzern

Die Innerschweizer Kulturstiftung ehrt damit eine bedeutende Kulturschaffende, die seit 25 Jahren als Schauspielerin, Regisseurin, Theaterpädagogin und Autorin das Theaterleben der Zentralschweiz prägt und bereichert.

2011 Dani Häusler und Markus Flückiger, Schwyz

Die Innerschweizer Kulturstiftung würdigt damit zwei bedeutende Persönlichkeiten der Volksmusik, die als „virtuose Erneuerer der traditionellen“ Töne viel zur Pflege und Förderung der Volksmusik beitragen.

2012 Urs Sibler, Stans

Die Innerschweizer Kulturstiftung würdigt damit seine langjährige aussergewöhnliche Arbeit als Kulturvermittler. Er hat die Kunst in der Zentralschweiz mit überzeugenden Ausstellungen, fundierten Publikationen, anregenden Artikeln und bewegenden Projekten nachhaltig geprägt.

2013 Maria Zgraggen, Bürglen

Die Innerschweizer Kulturstiftung ehrt damit eine herausragende Künstlerin, die weit über die Region hinaus anerkannt ist. Ihre Bilder, Objekte und Installationen überzeugen durch ihre reiche Vielfalt an Strukturen und Formen.

2014 Michael Haefliger, Luzern

Die Innerschweizer Kulturstiftung ehrt damit seine herausragenden Leistungen, die er für das Lucerne Festival erbringt. Es gelingt Michael Haefliger, grosse Namen an das Festival zu binden und damit für internationale Bekanntheit zu sorgen. Unter seiner Intendanz konnte es sich weiterentwickeln und vergrössern. Er hat es musikalisch wie für weite Publikumskreise geöffnet. Dank seinem umsichtigen Handeln blickt das Lucerne Festival in eine vielversprechende Zukunft.

red