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SCHWYZ: Nach Unwetter: Mann vermisst

Die Polizei sucht nach einem 67-jährigen Mann. Nach einem Gewitter rissen Wassermassen ihn aus seinem Auto. Dass es soweit kommt, hat mit ungenügender Information zu tun, sagt ein Wetterexperte.
Christian Hodel
Das Fahrzeug des Vermissten (rechts im Bild) konnte aus der Muota geborgen werden, von dem 67-Jährigen selber fehlt jede Spur. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das Fahrzeug des Vermissten (rechts im Bild) konnte aus der Muota geborgen werden, von dem 67-Jährigen selber fehlt jede Spur. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Christian Hodel

Horror für jeden Autofahrer: Im Muotathal kam es am Freitagabend im Teufbach zu einem Murgang. Der Bach trat in der Folge über die Ufer und riss ein Auto mit, wie die Kantonspolizei Schwyz mitteilt. Der Lenker, ein 67-jähriger Mann aus der Region, wurde von den Wassermassen aus seinem Auto gespült und mitgerissen. Die Polizei sucht weiterhin nach dem Vermissten – bislang erfolglos. «Wir wissen leider noch nicht mehr», teilt ein Polizist der Einsatzleitzentrale auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Suche wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Die Strassen waren bis gestern Nachmittag geräumt. Neben der Polizei standen auch diverse Feuerwehren, der Rettungsdienst, der Gemeindeführungsstab und die Rega im Einsatz.

37 Meldungen im Kanton Luzern

Auch anderenorts im Kanton Schwyz kam es in der Nacht auf Samstag teils zu heftigen Unwettern. Über 50 Meldungen gingen aufgrund von überfluteten Strasse, Kellern und über die Ufer getretenen Bächen bei der Kantonspolizei ein. Die genauen Schäden sind derzeit noch nicht bezifferbar. Massiv gewütet hat das Unwetter in Einsiedeln. Keller und Autogaragen standen unter Wasser, vereinzelt stürzten Bäume über die Strassen. Und in Schindellegi befanden sich mehrere Personen an der Sihl, die wegen des Unwetters in Not gerieten. Sie mussten gerettet werden – Verletzte gab es nach aktuellem Kenntnisstand aber keine.

Auch im Kanton Luzern rückten diverse Feuerwehren aus. Vor allem wegen überfluteten Feldern, wie Feuerwehrinspektor Vinzenz Graf auf Anfrage sagt. Besonders betroffen waren die Region Hürntal/Wiggertal. In Uffikon, Dagmersellen und im Luthertal kam es zu Hangrutschen und vorübergehenden Strassensperrungen. Insgesamt sind laut Graf in der Nacht auf Samstag 37 Unwettermeldungen eingegangen. Noch gestern Nachmittag waren einzelne Feuerwehren mit Aufräumarbeiten beschäftigt, als es schon wieder regnete. Die heftigen Regenfälle machten dem Zentralschweizer Jodlerfest in Schüpfheim zu schaffen (siehe auch Seite 15). Die Parkplätze sind wegen des vielen Regens unbenutzbar geworden. Die Organisatoren raten den Besuchern, mit dem öffentlichen Verkehr anzureisen.

Während die Gewitter auf Samstag die Kantone Luzern und Schwyz hart trafen, blieb es im Rest der Zentralschweiz relativ ruhig, wie die kantonalen Polizeikorps bestätigen. In Zug ist lediglich eine kleinere Meldung eingegangen, die schnell behoben werden konnte. Auch die Kantone Uri, Nid- und Obwalden blieben vom Unwetter verschont. Schäden gab es in Obwalden am Freitagmorgen – in Sarnen trat nach einem Gewitter der Blattibach im Mündungsbereich über die Ufer (Ausgabe von gestern).

Dass es in den vergangenen Wochen in der Schweiz immer wieder zu wüsten Überschwemmungen, teils mit Verletzten, gekommen ist, hat laut dem Wetterexperten Jörg Kachelmann auch mit ungenügender Information zu tun. Er sagt: «Im Jahr 2016 müsste von einem Unwetter niemand mehr überrascht werden.» In den meisten Fällen betrage die Vorlaufzeit bei einem Gewitter eine Stunde bis zwei Stunden. Das Problem ist nur: Viele Wetterkanäle informieren zu allgemein. Laut Kachelmann ist es technisch aber durchaus möglich, ganz lokal für einzelne Gemeinden und Bäche Regen- oder Blitzanalysen zu erstellen. Kachelmann ist derzeit daran auf seinem Wetterkanal (www.kachelmannwetter.com) einen solchen Dienst aufzuschalten, noch diesen Sommer soll dieser bereit stehen.

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