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SCHWYZ: Pfäffikon: Plattform-Idee brüsk gestoppt

Eine Plattform der Kunstausstellung Manifesta 11 soll die nächsten Jahre in Pfäffikon schwimmen. Nun stellt sich heraus: Der Schiff- inspektor hat das Baugesuch auf eigene Faust eingereicht.
Jürg Auf der Maur
Ob der «Pavillon of Reflections», der derzeit an der Manifesta 11 in Zürich zu sehen ist, nach Pfäffikon kommt, ist nicht definitiv. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Ob der «Pavillon of Reflections», der derzeit an der Manifesta 11 in Zürich zu sehen ist, nach Pfäffikon kommt, ist nicht definitiv. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Jürg Auf der Maur

Seit dem 11. Juni findet in der Stadt Zürich mit der Kunstausstellung Manifesta ein kulturelles Grossereignis statt. Als zentrale Präsentationsplattform der Ausstellung wurde auf dem Zürichsee in der Nähe des Bellevues der «Pavillon of Reflections», ein Floss als schwimmende Insel, erbaut. Der Pavillon gilt als Herzstück der Zürcher Ausstellung. Er verfügt neben einer Bar auch über ein Kino. Der Aufbau dieser Plattform erfolgte im Kanton Schwyz, weshalb das Schiffsinspektorat seit längerer Zeit über Kontakte zur Projektleitung verfügte.

Statt die Plattform abzureissen, soll diese temporär während den nächsten fünf Jahre vor Pfäffikon zu stehen kommen. Dies berichteten am Sonntag diverse Online-Plattformen und Zeitungen. Die Finanzierung durch Private ist offenbar bereits gesichert. Die Gemeinde Freienbach bot sofort Hand, der Betrieb soll in eine private Trägerschaft übergeben werden. Sie soll mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft bestellt werden.

Schiffinspektor zurückgepfiffen

«Das ist ein aussergewöhnlicher Fall», sagt Peter Wespi, Leiter des Schwyzer Verkehrsamtes und damit Vorgesetzter von Schiffinspektor Clemens Krienbühl. Letzterer hatte einen «Deal» ausgehandelt und ohne Rücksprache dafür gesorgt, dass der schwimmende Pavillon der Manifesta 11 in Zürich für fünf Jahre in Pfäffikon zu stehen kommt. Dort war die Freude gross.

Dem ist nun vorläufig aber nicht so. In ungewohnt scharfen Tönen wird Krienbühl, der in den Ferien weilt und mittlerweile zum Fall auch nicht mehr reden darf, zurückgepfiffen.

Was war passiert? Krienbühls Vorgesetzte wussten, dass der Schiffinspektor in diesem Geschäft in einer Vermittler- und Vernetzerrolle tätig ist. «Dass er aber ein Baugesuch im Namen des Kantons eingereicht hat, darüber hat er mich erst am Donnerstagabend informiert, als das Amtsblatt bereits online geschaltet war», sagt Wespi.

Beim Schwyzer Baudepartement reagierte man schnell und unzimperlich. Das Baugesuch, das der Schiffinspektor in eigener Regie und ohne Rücksprache im Namen des Kantons einreichte, wurde bereits am Freitagmorgen zurückgezogen. Gegen seine Tätigkeit als Vermittler sei nichts einzuwenden, wird in der Medienmitteilung festgehalten. «Im Verlaufe des Projekts wurden diese Grenzen zwischen dem Schiffsinspektorat und dem Leiter als Vernetzer immer mehr vermischt, sodass dieser schlussendlich als Initiator fungierte.» Das gehe nicht, weil es im Endergebnis dazu führe, dass das Schiffsinspektorat als Bauherrschaft im Baugesuch auftrat.

Private Bauherrschaft gesucht

Jetzt ist ein neuer Anlauf nötig, gesucht ist eine private Bauherrschaft. Da der Kanton Schwyz bei diesem Projekt keine Funktion innehaben wird, tritt er auch nicht als Bauherr während der Baubewilligungsphase auf. Der privaten Trägerschaft stehe es frei, das Baugesuch unter neuer Bauherrschaft bei der Gemeinde Freienbach einzureichen. Was für Folgen dem Schiffinspektor aus dem Vorfall entstehen, ist noch offen. «Bei seiner Rückkehr aus den Ferien werden wir sicher an einen Tisch sitzen und eine Auslegeordnung machen», sagt Peter Wespi. Es gehe darum, zu schauen, was schief gelaufen ist, und ob und welche Lehren daraus gezogen werden müssten.

Personalrechtliche Schritte?

So viel sei aber sicher: «Auf ein allfälliges Bewilligungsverfahren durch einen neuen Bauherrn hat das alles keinen Einfluss», erklärt Wespi. Aber es sei sicher so, «dass alle Unterschriften und Pläne, die er als Schiffinspektor unterzeichnete und einreichte, ungültig erklärt werden müssen, weil er in dieser Angelegenheit als befangen gilt». Es sei heute noch zu früh, zu sagen, «ob auch personalrechtliche Schritte eingeleitet werden müssen».

Idee war schon lange im Raum

Offenbar besteht die Idee schon lange, diese Plattform von Zürich nach Pfäffikon zu verschieben. Dies führte der Schiffinspektor gegenüber dem «Höfner Volksblatt» vom Montag aus. Die Plattform soll nicht verschrottet werden, sondern als «temporäres Wahrzeichen» nach Pfäffikon kommen.

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