SCHWYZ: Polizeihund Aika erhält eine Rente

Nach zwölf Jahren als Diensthund bei der Kantonspolizei Schwyz ist Aika pensioniert und bezieht seit Anfang Jahr eine Rente. Der Kanton bezahlt monatlich ihr Futter. Der Vierbeiner war im Dienst phänomenal, schwärmt die Halterin.

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Die pensionierte Polizeihündin Aika darf bei ihrer Hundeführerin Monika Blättler von der Kantonspolizei Schwyz bleiben. Bild: Raffael Michel

Die pensionierte Polizeihündin Aika darf bei ihrer Hundeführerin Monika Blättler von der Kantonspolizei Schwyz bleiben. Bild: Raffael Michel

Raffael Michel und Jürg Auf der Maur

«Aika darf bei mir bleiben und ihre Zeit als Rentnerin in vollen Zügen geniessen», freut sich Monika Blättler. Die Schwyzer Kantonspolizistin arbeitete zwölf Jahre lang mit der Deutschen Schäferhündin Aika zusammen. Aika quittierte nun per Anfang Jahr ihren Dienst bei der Polizei und ist seither in Rente.

Sie erhält sogar so etwas wie eine Hunde-AHV, wenn auch nicht in Form einer monatlichen Rente. Damit die Hündin, die zahlreiche Erfolge vorweisen kann, ihren dritten Lebensabschnitt auch richtig geniessen kann, überweist der Kanton Schwyz monatlich Geld für Futter. Für Monika Blättler, die gebürtige Luzernerin, war nämlich von Beginn weg klar, dass sie ihre Hündin auch nach deren Dienstende bei sich behalten will. «Ich bin Hundeführerin mit Leib und Seele», sagt Blättler: «Aika und ich sind ein Team und bleiben auch ein Team. Für mich ist sie der perfekte Hund.»

Bei Einsätzen sei Aika jeweils regelrecht aufgeblüht, berichtet die Schwyzer Kantonspolizistin. Eingesetzt wurde die Schäferhündin, um Polizisten zu begleiten und zu beschützen, flüchtende Einbrecher zu stellen, bei Schlägereien zu intervenieren oder um präventiv Eindruck zu machen. Wenn ein Haus umstellt wurde, konnte sie ins Haus geschickt werden und den Polizisten signalisieren, ob sich jemand im Gebäude befindet oder nicht. Sogar beim allerletzten Einsatz ging es nochmals ans Eingemachte, und zwei Einbrecher konnten an der Flucht gehindert und verhaftet werden.

Richtige Balance zwischen Gehorsam und Selbstständigkeit

«Wenn man Aika so sieht, würde man ihr gar nicht zutrauen, dass sie auch kräftig zubeissen kann», erzählt Blättler. Furcht oder Schmerzen kannte sie nicht. Bei einer Verfolgungsjagd in einer Kiesgrube brach sie sich sogar einmal zwei Rippen. Doch der Einsatz lohnte sich, weil zwei flüchtige Einbrecher in der Folge verhaftet werden konnten. Das zeige den guten Charakter des Tieres.

Von «Kommissar Rex», der deutschen Krimiserie, hält die Schwyzer Polizistin aber nichts. Sie wehrt sich dagegen, Hunde zu vermenschlichen. Die Serie sei «zu unrealistisch». Ein Hund denke und handle nämlich anders als ein Mensch. Immerhin, um das Interesse am Polizeiberuf zu wecken, sei die Sendung auf jeden Fall geeignet. Blättler: «Ein Hund muss die richtige Balance finden zwischen Selbstständigkeit und Ge­horsam.»