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SCHWYZ: Privatschulen bremsen Volksschulen aus

Die Privatschulen gehen in Ausserschwyz in die Offensive. Die Volksschulen müssen aktiv Gegensteuer geben, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Rahel Lüönd
Symbolbild / Keystone / Gaetan Bally

Symbolbild / Keystone / Gaetan Bally

Zwei Privatschulen wollen in Ausserschwyz Platz für 500 zusätzliche Schüler schaffen: Der grösste Player vor Ort, die Obersee Bilingual School, plant einen Neubau in Wollerau mit Platz für 200 zusätzliche Schüler. Ausserdem will sich die Swiss International School in Pfäffikon neu ansiedeln und 300 Schüler betreuen, was allerdings zurzeit durch Einsprachen blockiert ist. Der Druck auf die Volksschulen ist vor allem im Bezirk Höfe bereits jetzt hoch. Gemäss Robert Steiner, Schulleiter der Primarschule Wollerau, liegt der Anteil an schulpflichtigen Kindern, die in Wollerau gemeldet sind und eine Privatschule besuchen, bei 15 bis 20 Prozent.

Trotzdem verteidigt Steiner die Volksschule: «Die öffentliche Schule hat eine hohe Qualität erreicht und wirkt mit dem breiten Angebot wie Begabtenförderung, heilpädagogische Unterstützung und Deutsch als Zweitsprache als grosse Unterstützung.» Dass die Offensive der Privatschulen grosse Veränderungen mit sich bringt, glaubt Steiner deshalb nicht.

Wichtig: Frühe Angebote

Nichtsdestotrotz unternimmt er Anstrengungen, dass seine Schule konkurrenzfähig bleibt: «Wir machen mehr Öffentlichkeitsarbeit, da viele Zuzüger aus dem Ausland die öffentliche Schule selber nicht kennen.» Ausserdem soll professionelle Kinderbetreuung auf dem Schulareal auch berufstätige Eltern von der Volksschule überzeugen.

Diese Richtung kann nun auch die Gemeinde Freienbach einschlagen. Mit einer Abstimmung am vergangenen Sonntag hat die Bevölkerung Ja zu einer Tagesschule gesagt, die künftig die ganztägige Betreuung sicherstellen soll. «Wir sind sehr froh darüber, da wir so besser auf die Bedürfnisse der Eltern eingehen können», sagt die Abteilungsleiterin Primarschule der Gemeinde, Monika Bloch. Sie sähe es aber gerne, wenn Freienbach noch einen Schritt weiter gehen und bereits vorschulische Angebote für Kinder ab zwei Jahren anbieten würde. Denn sie stellt immer wieder fest, dass ein Teil der Schüler bereits früh in das System der Privatschulen aufgenommen werden und danach automatisch diesen Weg weiterführen. «Wenn wir die Kinder genauso früh mit unserem System vertraut machen würden, könnten wir hier noch einige mehr abholen», ist Bloch überzeugt. Sie ist sich aber bewusst, dass die Idee noch Zeit zum Reifen braucht.

Ungleich lange Spiesse

In der Oberstufe gestaltet sich der Konkurrenzkampf ebenfalls schwierig. Rick Bachmann, Rektor der Oberstufenschulen im Bezirk Höfe: «Die Bedürfnisse nach bilingualem Unterricht, ganztägiger Betreuung und Beschulung sehr leistungsstarker Schüler werden in den nächsten Jahren noch zunehmen.» Er ist überzeugt, dass auch die Volksschulen dem gerecht werden müssen. So wurde die Tagesbetreuung an den Bezirksschulen Höfe bereits ausgebaut. Das Argument, dass alle Volksschulen im Kanton gleich sein müssen, lässt er nicht gelten: «Das Angebot muss sich den unterschiedlichen Bedürfnissen anpassen.»

Dieser Meinung sind auch CVP-Kantonsrat Andreas Meyerhans und sechs Mitunterzeichnende, die im Kantonsrat einen Vorstoss zum Thema lanciert haben. Die Politiker monieren, dass die Volksschule längst nicht mehr mit gleich langen Spiessen wie die Privatschulen kämpfe. 23 Prozent der Schüler, die im laufenden Schuljahr die Oberstufe im Bezirk Höfe besuchen könnten, seien auf Privatschulen. Sie fordern deshalb eine Gesetzesanpassung, die besondere Klassen für leistungsstarke Schüler auf Sekundarstufe 1 erlaubt.

Das Begehren ist angelehnt an ein Gesuch des Bezirks Höfe aus dem Jahr 2013, das für leistungsstarke Schüler einen bilingualen Unterricht unter dem Namen Sekpro vorsah. Der Erziehungsrat erlaubte die Pläne damals aus pädagogischen Gründen nicht. Den aktuellen Vorstoss im Kantonsrat will der Regierungsrat noch vor den Sommerferien beantworten.

Rahel Lüönd

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