SCHWYZ: Räumung von Schnee sorgt in Schwyz für Probleme

PET wird im Laden zurückgegeben, Glas zu der Sammelstelle gebracht, Karton abgeholt. Aber wie entsorgt man eigentlich Schnee? In Schwyz sorgt die Räumung durch Private zunehmend für Probleme.

Lena Berger
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Wer privat schaufelt, muss den Schnee auf seinem Gelände lagern.Bild: Keystone (Rehetobel, 18. Oktober 2009)

Wer privat schaufelt, muss den Schnee auf seinem Gelände lagern.Bild: Keystone (Rehetobel, 18. Oktober 2009)

Lena Berger
lena.berger@zentralschweizamsonntag.ch

Abfallsünder der anderen Art: Die Schwyzer Behörden haben diese Woche eindringlich davor gewarnt, Schnee illegal in Bächen und Flüssen zu entsorgen. Immer wieder beobachten sie, dass Schnee von privaten Liegenschaften unerlaubterweise in die Gewässer gekippt wird. Das könne der Umwelt schaden – und für Menschen gefährlich werden.

Schnee ist Wasser, was kann es also schaden, ihn in den Bach zu befördern? So denken viele. «Grundsätzlich ist die Überlegung auch nicht falsch», räumt Peter Inhelder, Vorsteher des Amts für Umweltschutz Schwyz, ein. Das Problem ist aber, dass der Schnee oft verschmutzt ist. «Wenn es regnet, werden der Abrieb der Autopneus und die Rückstände der Verbrennungsmotoren von der Strasse gewaschen.» Das Abwasser wird daher nicht einfach in Flüsse oder Seen ­geleitet, sondern aufbereitet. Schnee dagegen gelangt nicht in das Kanalisationssystem, ist aber in gleicher Weise verschmutzt. «Die dunklen Verfärbungen werden deutlich sichtbar, wenn der Schnee einige Zeit auf der Strasse liegt.» Dass diese Schadstoffe direkt ins Wasser gelangen, wenn man den Schnee in den nächsten Fluss wirft, liegt auf der Hand.

Wenn ein Schwyzer Einfamilienhausbesitzer den Schnee aus seiner Einfahrt in den benachbarten Tümpel schippt, ist das von der Menge her nicht gravierend. «Wir haben in den letzten Jahren aber festgestellt, dass vermehrt Schnee von grösseren Firmenarealen und Privatstrassen an Gewässerabschnitten entsorgt wurden, die dafür nicht geeignet sind», so Peter Inhelder.

Es drohen Überschwemmungen

Wenn Schnee in einem Bach landet, ist das noch aus einem anderen Grund gefährlich. Grössere Mengen können den Durchfluss verhindern – was dann zu Überschwemmungen führt. «Zudem wird der Lebensraum der Fische durch das tonnenschwere Gewicht zerstört und die Wassertemperatur stark gesenkt», erklärt Inhelder. Ärgerlich ist für die Behörden auch, wenn Private die offiziellen Schneeablagerungsstellen des Kantons benutzen, weil die Depots schnell voll sind – und geeignete Plätze wegen der regen Bautätigkeit in Schwyz ohnehin rar sind.

Sich nicht an die Regeln der Schneeentsorgung (siehe Kasten) zu halten, kann ganz schön ins Geld gehen. Schwarzschipper können wegen des Verstosses gegen das Gewässerschutzgesetz gebüsst werden. «Wenn Schäden entstehen, trägt zudem der Verursacher die Kosten für deren Behebung», sagt Inhelder.

In den anderen Zentralschweizer Kantonen kennt man zum Teil ähnliche Regeln wie in Schwyz – in Luzern, Uri, Ob- und Nidwalden ist es bisher aber noch nicht zu Gewässerverschmutzungen durch Schnee gekommen. Anders in Zug. In Unterägeri musste die Feuerwehr Ende Februar 2012 ausrücken, weil verschmutzter Schnee geschmolzen und in einen Bacheinlauf der Lorze gelangt war.