SCHWYZ: Regierung plant Steuererhöhungen

Die Schwyzer Regierung will den Kantonshaushalt unter anderem mit höheren Steuern bis 2018 ins Lot bringen. Sie hat am Donnerstag die Vorlage für eine Teilrevision des Steuergesetzes vorgelegt. Die Revision soll Mehreinnahmen von 62 Millionen Franken bringen.

Drucken
Teilen
Blick auf den Schwyzer Talkessel. (Bild: Archiv Sandro Portmann / Neue SZ)

Blick auf den Schwyzer Talkessel. (Bild: Archiv Sandro Portmann / Neue SZ)

Zum Kern der Revision zählt bei der Einkommenssteuer ein neuer Kantonstarif für Einkommen ab 230'400 Franken. Zudem soll beim Vermögen der Steuersatz von 0,5 auf 0,6 Promille steigen und Dividenden sollen stärker besteuert werden, wie die Schwyzer Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte.

Für Kapitalgesellschaften und Genossenschaften ist neu ein Mindeststeuerbetrag von 200 Franken vorgesehen. Ebenso viel sollen künftig auch privilegiert besteuerte Gesellschaften mindestens zahlen müssen.

Um Bodenspekulation vorzubeugen, will die Schwyzer Regierung bei der Grundstückgewinnsteuer zu einer Regelung zurückkehren, wie sie bis 2006 galt. Werden Grundstücke bereits nach einem bis vier Jahren wieder verkauft, soll sich die Grundstückgewinnsteuer automatisch um 40 bis 10 Prozent erhöhen.

Kanton will mehr Grundstückgewinnsteuern

Von den rund 72 Mio. Franken Grundstückgewinnsteuern will der Kanton künftig zudem Dreiviertel behalten statt wie bisher die Hälfte. Das Nachsehen haben die Bezirke und Gemeinden.

Die Regierung begründet die Massnahme mit der zunehmenden Belastung durch den Nationalen Finanzausgleich (NFA). Alles in allem soll die Revision für die Gemeinden und Bezirke jedoch weitgehend kostenneutral ausfallen, wie die Regierung schreibt.

Der Regierungsrat will die Massnahmen per 2015 in Kraft setzen. Sie rechnet mit Mehreinnahmen für den Staat von total rund 62 Millionen Franken.

Der Regierungsrat erwartet durch die Revision keine negativen Folgen im Steuerwettbewerb. Der Kanton Schwyz belege sowohl im interkantonalen als auch im internationalen Vergleich hochrangige Positionen, schreibt die Regierung im Bericht zur Vorlage.

Geplanter neuer Kantonstarif umstritten

Kritik gab es in der Vernehmlassung vor allem an der Einführung eines eigenen neuen Kantonstarifs bei der Einkommenssteuer, wie die Regierung schreibt. Parteien, Bezirke und Verbände hätten stattdessen die Erhöhung des Kantonssteuerfusses oder die Anpassung des allgemeinen Tarifs gefordert.

Grund für die Steuergesetzrevision im Kanton Schwyz sind neben dem Defizit in der Staatskasse vor allem zahlreiche Änderungen beim Bundesrecht. Darunter fallen etwa die Voraussetzungen für die Pauschalbesteuerung reicher Ausländer.

Schwyz legt die Eintrittshürde für Pauschalbesteuerte beim steuerbaren Einkommen gemäss bisheriger Praxis explizit bei 600'000 Franken fest. Der Kanton geht weiter als der Bund. Dieser verlangt bei der direkten Bundessteuer ein minimales steuerbares Einkommen von 400'000 Franken. (sda)