SCHWYZ: Reiche werden in Schwyz zur Kasse gebeten

Dem Tiefsteuerkanton Schwyz droht die Verschuldung. Deshalb haben die Stimmberechtigten eine Steuererhöhung für Gutverdienende und Vermögende beschlossen.

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Blick auf Wollerau (Bild: Keystone)

Blick auf Wollerau (Bild: Keystone)

Reiche sollen im Kanton Schwyz mehr Geld dem Staat abliefern. 59,2 Prozent der Stimmbürger legten ein Ja in die Urne. Ausser in Unteriberg, Alpthal, Riemenstalden und Vorderthal stimmten alle Gemeinden im Kanton Schwyz der Vorlage zu. Die Stimmbeteiligung betrug 45,4 Prozent. 

Dem Tiefsteuerkanton Schwyz drohte die Verschuldung. Die Stimmberechtigten beschlossen deshalb eine Steuererhöhung für Gutverdienende und Vermögende. Die tariflichen Anpassungen sind so ausgestaltet, dass Schwyz das Label «steuerattraktiv» nicht verlieren soll.

Die Revision des Steuergesetzes umfasst mehrere Punkte, wovon ein Teil Anpassungen an das geänderte Bundesrecht sind. Die Gesetzesänderungen sollen der Kantonskasse total Mehreinnahmen von 66 Millionen Franken zuführen.

Die letzte Steuersenkung datiert von 2009. Der Kanton Schwyz verbesserte sich im interkantonalen Steuerwettbewerb. Seither wird der Staatshaushalt aber auch von Defiziten geprägt - das Eigenkapital schmolz dahin.

Unausweichliche Verschuldung und Steuererhöhung

Ohne Gegenmassnahmen würde eine Verschuldung und eine generelle Steuererhöhung unausweichlich, beschrieb der Regierungsrat in der Abstimmungsbotschaft die düsteren Aussichten. Als wichtigen Grund für diese Situation bezeichnete er die steigenden Zahlungen in den Nationalen Finanzausgleich, die Schwyz zu verkraften habe.

Der Regierungsrat will das Defizit sowohl mit Sparmassnahmen wie mit Mehreinnahmen beseitigen. Trotz der Steuergesetzrevision solle aber die hervorragende Position des Kantons im interkantonalen und internationalen Steuerwettbewerb erhalten bleiben, schreibt er.

Stärker belastet werden sollen Einkommen ab 230'400 Franken. Der Kanton rechnet hier mit Mehreinnahmen von 24,5 Millionen Franken.

Bei der Vermögenssteuer wird der Steuersatz von 0,5 auf 0,6 Promille erhöht. Um den Mittelstand zu schonen, werden gleichzeitig die Sozialabzüge erhöht. Die erwarteten Mehreinnahmen belaufen sich auf knapp 7,5 Millionen Franken.

Bodenspekulation bremsen

Mit weiteren 18 Millionen Franken rechnet der Kanton aus einer stärkeren Besteuerung der kurzfristig realisierten Grundstückgewinne. Diese Massnahme soll gleichzeitig die Bodenspekulation mässigen. Um weitere 14 Millionen geht es bei der Revision der Dividendenbesteuerung.

sda/rem/kst