SCHWYZ: Reuige Steuersünder überraschen selbst den Kanton

Über 300 Steuersünder haben sich im vergangenen Jahr im Kanton Schwyz selbst angezeigt. Das sind so viele wie nie. Da ist sogar das Finanzdepartement erstaunt.

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Mehr Selbstanzeigen denn je im Kanton Schwyz. (Symbolbild)

Mehr Selbstanzeigen denn je im Kanton Schwyz. (Symbolbild)

Im vergangenen Jahr haben sich im Kanton Schwyz Schwyz 302 reuige Steuersünder selbst angezeigt. Dabei handle es sich bei 55 um vereinfachte Erben-Nach­besteuerung, wie Meinrad Betschart, Leiter des Rechtsdienstes im Finanz­departement, erklärt. Aber auch die verbleibenden 247 Selbstanzeigen sind Rekord: Im Jahr 2015 verzeichnete der Kanton Schwyz 237 Selbstanzeigen. «Dies ist nicht wirklich überraschend», sagt Betschart. Er führt die vielen Selbstanzeigen auf den grenzüberschreitenden automatischen Informationsaustausch zurück, der Anfang 2017 in Kraft getreten ist. Viele dieser Selbstanzeiger seien Personen, die Liegenschaften – und somit dazugehörende Bankkonti – im Ausland besitzen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 110 Mio. Franken nicht versteuertes Geld offengelegt – im Vorjahr waren es 115 Mio. Franken. 2015 legte ein einziger Selbstanzeiger ein nicht deklariertes Vermögen von 20 Mio. Franken offen. So spektakulär war 2016 nicht: Laut Meinrad Betschart gab es einige Fälle in einstelliger Millionen­höhe. Durch die straflosen Selbstanzeigen flossen 2,8 Millionen Franken in die Kassen von Kanton, Bezirk und Gemeinden, 1,2 Millionen Franken in die Bundeskasse.

Auch wenn Anfang Jahr noch zahlreiche Selbstanzeigen eingetroffen sind, geht Betschart davon aus, dass die Zahl im Lauf des Jahres sinken müsste. Was, wenn der automatische Information auch im Inland kommen, sprich das Bankgeheimnis aufgehoben würde? «Dann würde wieder alles anders», so Betschart.

Im schweizweiten Vergleich steht der Kanton Schwyz mit seiner Häufung von Selbstanzeigen nicht alleine da. Viele Kantone melden einen Rekord an Selbstanzeigen von Steuersündern. Spitzenreiter sind die Kantone Zürich, Genf und Tessin, wie die Nachrichtenagentur sda berichtet. hrr

(c) March-Anzeiger/Höfner Volksblatt