SCHWYZ: Riesiger Betrugsfall vor Schwyzer Gericht

Ein mutmasslicher Betrugsfall im Umfang von 125 Millionen Franken wird ab Donnerstag vor dem Strafgericht Schwyz verhandelt. Eine Schwyzer Finanzgesellschaft soll mehrere hundert Investoren, darunter die Victorinox, mit erfundenen Devisengeschäften hinters Licht geführt haben.

sda
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Der Prozess gegen IPCO fand im Rathaus Schwyz statt. (Bild: Archiv Neue SZ)

Der Prozess gegen IPCO fand im Rathaus Schwyz statt. (Bild: Archiv Neue SZ)

Des gewerbsmässigen Betruges und weiterer Delikte angeklagt sind ein 42-jähriger und ein 44-jähriger Mann sowie eine 40-jährige Frau. Drahtzieher soll der 42-Jährige gewesen sein, der sich zuerst nach Südamerika absetzte und dann, nachdem er in der Schweiz aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, nach Dubai.

Im Zentrum des Betruges steht die IPCO Investment AG in Pfäffikon. Diese soll gemäss Staatsanwaltschaft von 1997 bis 2004 von zirka 650 Kunden über 125 Millionen Franken angenommen haben, um diese gewinnbringend in Devisengeschäfte zu investieren.

Die Devisengeschäfte fanden nach Angaben der Behörden aber nicht statt. Trotzdem informierte die IPCO ihre Kunden über angeblich getätigte Devisengeschäfte und über die dabei erzielten Renditen. Das Lügengebäude konnte offenbar auch langjährige Kunden täuschen.

Die IPCO leitete die von den Kunden anvertrauten Gelder an verschiedene Firmen, etwa in London, Dublin, Madrid, Dubai, den Bermudas oder Delaware, weiter. Von der einbezahlten Summe wurden Verwaltungsgebühren und Retrozessionen abgezweigt.

Zu den Opfern gehört auch die Messerschmiede Victorinox, wie die Rundschau von SRF letzte Woche berichtete. Geschäftsführer Carl Elsener bezifferte in der Sendung den Verlust auf 12 Millionen Franken. Der exportorientierte Sackmesserproduzent wollte sich mit dem Devisengeschäften gegen Währungsschwankungen absichern.

Der Prozess ist auf zwei Tage angelegt. Er findet wegen des erwarteten grösseren Publikumsaufmarsches im Rathaus in Schwyz statt.