SCHWYZ: Steuerhölle für die Armen

Schwyz ist der Kanton, der beim tiefsten Einkommen beginnt, Steuern zu verlangen. Das will ein Vorstoss jetzt ändern.

Bert Schnüriger
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Servelat und Brot: Oftmals das Einzige, was Leute mit geringem Eikommen auf ihren Teller kriegen. (Archivbild Eveline Bachmann)

Servelat und Brot: Oftmals das Einzige, was Leute mit geringem Eikommen auf ihren Teller kriegen. (Archivbild Eveline Bachmann)

Zwei Schwyzer SP-Kantonsräte fordern eine steuerliche Entlastung für Arme. Wer im Kanton Schwyz unter dem Existenzminimum leben müsse, solle künftig keine Steuerrechnung mehr erhalten, fordern die beiden Kantonsräte Patrick Notter und Andreas Marty aus Einsiedeln. Sie reichten dazu im Schwyzer Kantonsrat eine Interpellation ein.

Im Vorstoss verweisen die beiden Kantonsräte auf den Umstand, dass der Kanton Schwyz für Personen mit tiefem Einkommen und vor allem für Personen, die mit weniger als dem Existenzminimum zurechtkommen müssen, «eine Steuerhölle ist». Für ledige Personen beginnt im Kanton Schwyz die Steuerpflicht schon bei einem Einkommen von nur gerade 4680 Franken. «Schwyz ist damit jener Kanton, der beim tiefsten Einkommen beginnt, Steuern zu erheben», steht im Vorstoss der Kantonsräte.

Notter und Marty hoffen, dass ihr Anliegen bei der Revision des Schwyzer Steuergesetzes berücksichtigt wird, die soeben angelaufen ist und auf 2015 in Kraft treten soll. Sie bezeichnen die Besteuerung von Einkommen unter dem Existenzminimum als «fragwürdig». Anderseits gehe der Kanton Schwyz mit den sehr gut verdienenden Personen steuerlich sehr rücksichtsvoll um: «Personen mit mehr als einer halben Million Franken Jahreseinkommen zahlen im Kanton Schwyz am zweitwenigsten nach Zug.»