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SCHWYZ: Streit um Stoos-Bahn-Tunnel

Verzögerungen, Pannen und höhere Kosten: Beim Bau der neuen Stoos-Bahn für 52 Millionen Franken läuft vieles schief. Nun könnte sich gar die ausführende Baufirma aus dem Projekt zurückziehen.
Die künftige Talstation im Schlattli und die Brücke über die Muota sind schon zu erkennen. Dennoch ist der Bau der neuen Stoos-Bahn rund eineinhalb Jahre im Verzug. (Bild: PD / Eugen Gwerder)

Die künftige Talstation im Schlattli und die Brücke über die Muota sind schon zu erkennen. Dennoch ist der Bau der neuen Stoos-Bahn rund eineinhalb Jahre im Verzug. (Bild: PD / Eugen Gwerder)

Jürg auf der Maur

Der Bau der neuen 52 Millionen Franken teuren Bahn auf den Stoos ist ein schwieriges Unterfangen. Zwar konnte mittlerweile der Durchbruch im obersten der drei geplanten Tunnel gefeiert werden, und die neue Brückenkonstruktion über die Muota steht. Trotzdem ist man bereits eineinhalb Jahre in Verzug. Hauptproblem sei das sogenannte Raise-Drill-Verfahren, das für den Tunnelvortrieb angewendet wird und nicht so laufe, wie es die ausführende Baufirma Implenia in der Offerte versprochen habe, sagt Bruno Lifart, Delegierter des Verwaltungsrates der Stoos-Bahnen. Um die Tunnel ins steile Gelände fräsen zu können, wird zunächst ein 25 Zentimeter grosses Loch gebohrt, das dann nach und nach mit anderen Maschinen und Sprengungen bis auf die notwendige Grösse ausgeweitet wird.

Beim ersten Tunnel brach Bohrer ab

Doch beim untersten Tunnel brach bei dieser Arbeit kurz vor Weihnachten der Bohrer ab und blieb stecken. Der zweite Versuch ging dann zwar besser, scheiterte aber dennoch im vergangenen April/Mai, wie nun bekannt wurde.

War beim ersten Anlauf bereits bei Meter 173 von total 254 Metern Schluss, ging es beim zweiten Mal immerhin ein paar Meter weiter. «Jetzt, im dritten Anlauf, sind wir bereits bei Meter 202», sagt Lifart. Er hoffe, dass die letzten rund 50 Meter nun auch noch geschafft werden können.

Doch trotz der Hoffnung: Durch die Pannen und Verzögerungen wird das Projekt teurer und teurer wie viel, ist derzeit unklar. Fest steht: Jetzt laufen zwischen dem Bauherrn und der ausführenden Baufirma intensive Verhandlungen, wobei sogar ein Rückzug oder der Ersatz der Implenia ein Thema ist, wie Lifart bestätigt. Zieht Implenia nun also ihre Arbeiter von der Baustelle ab, wie Gerüchte besagen? Das sei eines von drei Szenarien, sagt Lifart. Im Moment sei vieles möglich und werde vieles diskutiert: «Implenia macht fertig, wir erhalten einen Ersatz für die Implenia, oder Implenia wird von einer dritten Firma begleitet.» Klar ist: Bei den derzeitigen Verhandlungen geht es um Verantwortlichkeiten und Geldforderungen. Implenia schiebt die Pannen den schlechten geologischen Prognosen zu – die Stoos-Bahnen stellen sich auf den Standpunkt, diese seien hervorragend gewesen. Das Problem sei, dass Implenia die Versprechen nicht einhalten könne, die sie bei der Auftragserteilung gemacht habe und weswegen sie letztlich den Zuschlag erhalten habe, sagt Lifart. Dem Bauherrn sei schriftlich dargelegt worden, dass es «keinen Stillstand bei geologischen Schwierigkeiten» gebe. Doch nun werde bereits seit neun Monaten erfolglos an diesem Tunnel gearbeitet.

Die drei Tunnel hätten Ende Februar 2015 fertig sein sollen. Doch beim untersten ist nicht einmal der erste kleine Stollen unter Dach, von dem aus die Arbeiten starten.

Materialseilbahn ging kaputt

Bereits kurz nach dem Baustart gab es Probleme: Die Materialseilbahn, die für den Warentransport auf die Baustellen vorgesehen ist, brach im November 2013 zusammen. Dadurch wurde ein Bauen im Steilhang rund sieben Monate verunmöglicht. Kommt es nun also nach all den Pannen zum Rechtsstreit am Stoos? «Wir versuchen nun im Gespräch mit der Implenia einen gemeinsamen Nenner zu finden. Wir wollen wenn immer möglich nicht den Rechtsweg beschreiten», sagt Lifart dazu. Sicher sei aber, dass die Finanzierung der Bahn gesichert ist und das Projekt auf jeden Fall fertig gebaut wird allen Unkenrufen zum Trotz.

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